Zwangsarbeitsorgnisationen in Italien (1943-1945)

Die Organisation Todt in Italien


Die Organisation Todt (OT) war in Italien schon vor dem Wafenstillstand des 8. September 1943 präsent. Anfänglich bestand ihre Aufgabe in der Reparatur der hart von der alliierten Luftstreitkräfte getroffenen Eisenbahnlinien und Infrastruktur.

Ab Herbst 1943 wurden sie auch zum Befestigungsbau eingesetzt, ferner in allen Tätigkeiten, die für die Wehrmacht notwendig waren (Arbeiten an Brücken, Straßen, Flughäfen usw.).

In Italien war die Todt von den Einsatzgruppen Italien organisiert, die vom General Fischer kommandiert wurden; ein Ingenieur, der sein Hauptquartier in Florenz aufschlug. Der Sitz des Arbeitsdienstes war hingegen in Sirmione am Gardasee. In Sirmione war auch der Sitz der Nachschubabteilung und in Desenzano (ebenfalls am Gardasee) der der Vepflegungsabteilung. In Mailand zog das Propagandabüro in das Studentenheim in Via Romagna ein.1

Das Einsatzkommando Italien war in drei regionale Einsatzzentralen aufgeteilt. Unter diesen Befehlsstellen befanden sich sechzehn Rüstungsabteilungen (Oberbauleitungen OBL). “Der Einsatzzentrale Seefalke waren verschiedene OBL untergeordnet. So hatte zum Besipiel die aus vier Abschnittbauleitungen bestehende OBL Alarich (XV) die Aufgabe Befestigungsanlagen entlang der 180 km langen Küste zwischen Terracina und Orbetello zu errichten. Im Großraum Rom war die OBL Theoderich tätig, die 8 Sektionen vorstand. Diese bestanden, unter dem Kommando eines von der Regierung ernannten Arbeitsinspekteurs, wiederum aus jeweils 2 bis 4 Bauarbeiter-Mannschaften unter dem Kommando der deutschen Soldaten oder der Organisation Todt. Die Arbeiter jeder Sektion waren in einem Lager nahe des Einsatzortes untergebracht und standen unter der Leitung eines deutschen Lagerführers.”2

Die Anheuerung funktionierte folgendermaßen: In jeder Stadt gab es ein Rekrutierungsbüro mit dem Personal der Organizzazione Paladino, der Sauckel und der Todt. Dort wurden die Arbeitslosen registriert und man fragte sie, ob sie vorhaben nach Deutschland zu ziehen oder in Italien zu arbeiten. Falls sie Arbeit in Deutschland annahmen, wurden sie der Sauckel übergeben, andernfalls der Todt oder der Paladino. Die in Italien für die Todt oder die Paladino arbeitenden Betriebe mussten sich ebenfalls an das Rekrutierungsbüro wenden, das ihnen die notwendige Arbeitskraft zur Verfügung stellte. Im Herbst 1943 war es für die Deutschen prioritär Arbeiter für den Befestigungsbau der Gustav-Linie einzustellen, um die alliierte Offensive zu stoppen. Die Anstrengungen konzentrierten sich demzufolge darauf genügend Arbeiter für die mittelitalienischen Provinzen aufzutreiben. Trotzt der vielen von Kesselring unterschriebenen Appelle und der Propaganda lag die Zahl der sich beim Rekrutierungsbüro meldenden Arbeiter stets unter den Erwartungen. Das im Herbst 1943 herrschende allgemeine Chaos und die sich überlappenden Behörden (mit gleichzeitigen Arbeiteranfragen seitens Wehrmacht, Todt, Paladino), machte die Ausschreibungen zum freiwilligem Einzug praktisch nutzlos.

Am 25. September schrieb das Innenministerium, dass in der Provinz Perugia “trotz strengster Anweisungen die Rekrutierung erheblichen Schwierigkeiten ausgesetzt ist.” In Terni hielt man den Arbeitslohn für unzulänglich, viele Vertriebene befanden sich noch außerhalb der Provinz und weitere waren, zumindest theoretisch, noch im Wehrdienst. In Ascoli Piceno “hat die Rekrutierung der ersten Staffel ein negatives Ergebnis erbracht”. Das ganze war nicht nur auf den volkommenen Mangel an Kollaboration seitens der deutschen Befehlsstellen, die sich weigerten Fahrzeuge und Treibstoff zur Verfügung zu stellen, zurückzuführen, sondern auch auf “die Überzeugung der Arbeiter nach Deutschland geschickt werden.”3

Anfang Oktober begann die Unterdrückung: In Rieti “sind von den Polizeibehörden bei negativ ausfallenden Fällen vorläufige Festnahmen und Hausdurchsuchungen vorgenommen worden”. In Ascoli Piceno verordnete man zusätzlich zu den Strafen “fristlose Entlassung der bei den Provinz-Behörden angestellten Hilfsarbeiter, die sich willkürlich entfernt haben.”

Am 29. September wurde eine erste Arbeiterrazzia in Rom durchgeführt. Das Ergebnis bestand in 8 in den Gastwirtschaften von Via Urbana, 8 auf abfahrenden Zügen und 5 am Meldeamt festgenommenen Personen; also insgesamt 21 Personen. Trotz aller Maßnahmen waren die in Rom eingestellten Arbeiter zum 7. Oktober nur 724.4

Am 30. September sind von den 90.000 geplanten Arbeitern nur 3.020 freiwillige rekrutiert und 4.175 “vor Ort zusammengetrieben” worden. “Die spärliche Anzahl der Freiwilligen – vor allem zum Einsatz im Reich aber auch in Italien – ist ein ganz klares Zeichen der beinahe vollkommenen Ablehnung der Besatzungsmacht in der Bevölkerung”.5

Diese Ablehnung war auch den damaligen deutschen Behörden vollkommen klar.

Am 25. September schrieb Kesselring dem Innenministerium und beklagte, dass das Plankontingent von 60.000 Mann bei weitem nicht erreicht wurde und dass er darum bis zum 5. Oktober zusätzliche 30.000 erwartet.6

Am 29. November 1943 eröffnete der Generalkonsul Möllhausen ein Treffen in Rom mit einem vehementen Angriff auf die italienischen Arbeitsdienstverantwortlichen “Der Generalkonsul Muhlausen [sic] weist darauf hin, dass es zu Zeit unmöglich ist von einem italienisch-deutschen Bündnis zu sprechen, weil während die deutschen Soldaten auf der Südfront kämpfen, die italienischen Jugendlichen buchstäblich nichts tun.”7 Das Treffen schloss sich mit dem Vorschlag den Familien der erfolglos Einberufenen die Lebensmittelmarken zu entziehen.

Infolge des offensichtlichen Mangels an Entusiasmus der italienischen Arbeiter, setzte die Wehrmacht die Arbeiterrazzien fort. Zwischen Dezember 1943 und Januar 1944 wurden einige Razzien in der Innenstadt von Rom vorgenommen. Es folgten Razzien auch in Mittelitalien. So wies am 4. Mai 1944 der Leiter der Provinz Perugia Rocchi in einem an das Innenministerium gerichteten Telegramm darauf hin, dass am 4. April 118 Personen in der Gegend von Cascia festgenommen und nach Rom in das Lager von Cinecittà gebracht wurden.8

Zusätzlich zur Repression vermehrten die deutschen Behörden auch die Propagandaanstrengungen mittels Zeitungen, Flugblätter und mit Lautsprecher ausgestatteten Autos. Im Auto sollte neben dem Fahrer auch eine Frau sitzten mit der Aufgabe die Arbeiter zum Einrücken “zu überzeugen”.

Außer den dürftigen Arbeiterzahl beklagten die deutschen Behörden stets den Mangel an Disziplin und Einsatz der eingestellten Arbeiter. Wegen der Nähe zur Kriegsfront und der damit verbundenen Gefahr von Maschinengewehrefeur oder Luftangriffen entfernten sich die Arbeiter vor allem südlich von Rom dauernd oder flohen ohne zur Baustelle zurückzukehren.9

Mit dem Fall der Gustav-Linie und der Verschiebung der Front auf die Gotenstellung konzentrierten sich die Rekrutierungsanstrengungen auf die Po Ebene. Ersteinmal wurde die Organizzazione Paladino direkt der Todt unterstellt. Dann verfügte am 12. August 1944 ein Erlass des Duce in Provinzen Treviso, Venedig, Vicenza, Padua, Verona und Rovigo den obligatorischen Arbeitsdienst für alle arbeitsfähigen Männer im Alter von 14 bis 60.10

Am 28. Oktober sprach die RSI Regierung zum 20. Jahrestag des “Marsches auf Rom” eine Amnistie für Wehrdienstverweigerer aus. Dies war die zweite Maßnahme dieser Art, nachdem bereits im Mai 1944 den Wehrdienstverweigerern, denen zuvor kraft einer Verfügung des 18. Februars die Todesstrafe drohte, Milde versprach. Mittels dieser Vorkehrungen hoffte man ausreichend Personal zu finden, um den deutschen Bedarf an Arbeitskraft zu decken.

Infolge des Duce-Dekrets vom 28. Oktober meldeten sich 72.881 Wehrdienstverweigerer und Versprengte, aber es handelte sich großteils um Partisanen, die sich aus Angst davor einen weiteren Winter in den Bergen zu verbringen bei der Todt “verschanzten”, um dann im Früjahr in die Reihen ihrer Kampfgruppen zurückzukehren. Ende Oktober kam folgender Hinweis von der RSI Polizei: “Es wurde aus verschiedenen Gegenden gemeldet, dass seit einiger Zeit zahlreiche Versprengte und Wehrdienstverweigerer, vielleicht dank der wirksamen Propaganda der lokalen Behörden und der Pfarrer, aus den Bergen in ihre Ortschaften zurückkehren, um sich ihrer militärischen und bürgerlichen Pflichten zu stellen. Viele dieser Personen sind bereits von Betrieben und Organisationen, die für die deutschen Kommandos arbeiten, eingestellt worden. Es gibt Grund zur Annahme, dass ein Teil davon auf Anweisung hochrangiger Kader der sogenannten Befreiungsarmee die Berge und die Partisanen Kampfverbände verlässt.11

Die Sache war dermaßen offensichtlich geworden, dass Mussolini am 11. November 1944 an alle Provinzleitungen ein Telegramm mit folgendem Text sendete: “Nehmt Kontakt zu den Kommandanten der lokalen Organisation Todt auf, damit die allzu zahlreichen falschen Arbeiter, die sich dort verschanzt haben, um sich um ihre militärischen Pflicht zu drücken, aus der Organisation genommen werden. Deutscher Botschafter schlägt vor und ich befürworte, dass die Ausmusterung von einer Kommission vorgenommen wird, die aus dem Provinzleiter, dem Federale und einem Räpräsentanten des Soldatenbundes besteht.”12

Die Akten des italienischen Innenministeriums geben einen recht genauen Einblick in die Zahlen der von der Organisation Todt eingestellten Arbeiter.

Im Juli 1944 wurden in der Provinz Brescia 6.559 Arbeiter von der Todt bezahlt, 6.640 von den deutschen Befehlsstellen und 441 von der Paladino. In Mailand hatte die Todt bis zum 15. Mai 1944 circa 20.000 Arbeiter eingestellt und 2.500 wurden nach Deutschland gebracht. Am 12. Oktober gab es bei der Todt in Pavia 423 Arbeiter, in Aosta 151 im September 1944, in Ferrara 4.611 Ende August 1944. In Cremona waren für die Todt 2.037 Arbeiter in der Landwirtschaft und 2.336 in der Industrie tätig. In Cuneo waren es 2.400 bei der Bauleitung Saluzzi Lagnasco, 200 in den Flugfeldern von Mondovì und 52 im Betrieb Levaldigi Savigliano. In Genua waren 15.000 Arbeiter auf hunderte Unternehmen verteilt.

Die Gesamtzahlen waren zu Sommerende 1944 folgende:
Alessandria 0, Aosta 151, Asti 100, Bergamo 2320, Bologna 7700, Brescia 11000, Como 400, Cremona 4373, Cuneo 3652, Ferrara 5000, Firenze 20000, Forlì 11000, Genova 15000, Imperia 19, Mantova 6000, Milano 20000, Modena 0, Novara 6870, Padova 1300, Parma 4340, Pavia 423, Piacenza 1100, Pistoia 4500, Ravenna 3813, Reggio Emilia 2500, Rovigo 400, Savona 10224, Sondrio 600, La Speza 8600, Torino 3406, Treviso 800, Varese 4850, Venezia 5000, Vercelli 350, Verona 6559, Vicenza 3121. Arbeiter insgesamt: 175.47113

Die Methoden, mit denen sich die Todt Arbeiter verschaffte und die Betriebe bezahlte, waren eher unbefangen. Der Präfekt von Perugia schrieb in einem Bericht von Februar 1944: “Die OT hat die Arbeit verschiedenen Betrieben mit dem System der Regie anvertraut, sprich Erstattung der für die Arbeiter aufgewandten Spesen mit einem 40% Aufschalg als Steuer, Verwaltungskosten und Gewinnmarge. Dies verhindert Buchhaltung und Überwachung. Es ist klar, dass bei diesem System alles von der Ehrlichkeit und Sorgfalt der Betriebe abhängt. Einer dieser Firmen verlautbarte: "Das deutsche Militärkommando bestimmt die durchzuführenden Arbeiten und beauftragt die OT, die den Arbeitsauftrag direkt mit den italienischen Firmen aushandelt. Die italienischen Firmen werden von eben jenen deutschen Oragnisationen bezahlt!”14 Der Bericht fährt mit der Feststellung fort, dass in der Todt verschiedenste Elemente eingestellt werden und nennt eine Reihe von Personen, die keine wahrhaftigen Arbeiter sind, sondern einfach die Gelegenheit genutzt haben sich vor der Wehrpflicht zu drücken und dies obschon der Hinweise und Proteste der italienischen Behörden.

Außerdem lockte die Todt die Arbeiter durch sehr hohe Löhne. Dem Provinzleiter von Sondrio zufolge verdienten die zum Erdaushub am Stilfser Joch und am Tonelpass angeheuerten Hilfsarbeiter bis zu 1.000 Lire am Tag. Außerdem zahlten die Ingenieure der Organisation oft mit Bündel druckfrischer 1.000 Lire Scheine.

Die Schwierigkeiten der italienischen Behörden, die der Dreistheit der OT Führungskräfte ausgesetzt waren, entnimmt man auch dem Brief eines OT Leiters in Istrien, der den Präfekten anordnete zwei von der Quästur ohne Erlaubnis seitens der Todt eingestellte Arbeiter zu entlassen. “Indem Ihr Arbeitspflichtige in Euren Dienst anheuert, hilft Ihr den Deserteuren und macht Euch dadurch strafbar. Die oben genannten Arbeiter sind zu entlassen und haben sich bei der Baudirektion der Organisation Todt, Sektion Arbeitereinstellung (miramar) zu melden.”15

Die lokalen Befehlsstellen ergriffen bislangen Initiativen, die in direktem Widerspruch zur RSI Gesetztgebung standen. Im Dezember 1944 versprach ein Wehrmachtoffizier in der Gegend von Cuneo (Piemont) den Partisanen (auch den Deserteuren), dass sie bei freiwilligem Einzug straflos in Italien zum Arbeitsdienst eingeteilt würden.16

Dem Flugblatt war ein Passierschein beigelegt, auf dem zu lesen war: “Für denjenigen, der sich mit seinen Waffen dem nächstgelegenenen italienisch-deutschen Posten stellt, um nach Hause zurückzukehren und die Arbeit in Italien wiederaufzunehmen. Das italienisch-deutsche Kommando hat mit der italienischen Regierung ein Abkommen getroffen und garantiert jedem, der sich und seine Waffen übergibt, Schutz und freien Durchgang.”

Das selbe geschah im Piavetal (Venetien), wo das deutsche Kommando im Dezember 1944 ein Plakat aufhing, demzufolge auch die Soldaten der RSI Armee unbesorgt ihre Reihen verlassen konnten um bei der Todt angeheuert zu werden.

Der Kabinettsvorsitzende Grazianis, Hauptmann Bocca, musste eingreifen, um den deutschen Offizieren zu erklären, dass Deserteure nicht unter die am 28. Oktober von Mussolini ausgerufenen Amnistie fielen.

Am 19. Februar 1945 schrieb Hauptmann Heggenreiner dem Drängen der Italiener nachgebend dem Kriegsministerium: “Auf Befehl des Süd-West Oberkommandanten erlaube ich mir zu angesprochenem Flugblatt zu melden, dass der Oberkommissars der Operationszone Adriatisches Küstenland die Angelegenheit innerhalb der Streitkräfte bereinigen konnte. Die Rekrutierungsbüros der Organisation Todt Alpen und Italien sind angewiesen oben genannte Deserteure an ihre Ursprungseinheit zurückzuschicken.”17

Trotz der Proteste und dem – vielleicht nur simulierten – Eingreifen der deutschen Behörden gab es, wie in einem Bericht des Kriegsministeriums angemerkt, im März 1945 allein in der Provinz Modena 3.000 “Wehrdienstverweigerer und Deserteure, die für die Deutschen arbeiten”.

Die Todt ist also eine Organisation geworden, die dank der Unterstützung der deutschen Militärbehörden Arbeitsstellen ausschrieben und entscheiden konnte, wer zum Heer einzurücken hatte und wem der Wehrdienst zu Gunsten einer Zivilbeschäftigung erspart blieb. Für die Deutschen war es offensichtlich prioritär italienische Arbeiter und nicht Soldaten zu haben. Diese Priorität wurde von den Jüngeren, daunter viele Partisanen, genutzt, die in der Todt eine Gelegenheit sahen der Härte des Bürgerkriegs zu entkommen und mit geringem Risiko unweit von zu Hause zu arbeiten.

Was die Arbeitsbedingungen anbelangt, ist bei der enormen Anzahl an Baustellen, Fabriken und Landwirtschaftsbetrieben, die unter de Obhut der Todt arbeiteten kein einheitliches Urteil möglich. Die 15.000 in der Provinz Genua beschäftigten waren wahrscheinlich Metallarbeiter, die einfach in den von den Deutschen als “beschützt” bezeichneten lokalen Betrieben arbeiteten, sprich in Unternehmen, die im Wirtschaftsinteresse der Besatzungsmacht arbeiteten. Die Arbeitsbedingungen waren also die normalen, in allen für die Deutschen arbeitenden italienischen Fabriken geläufigen; harte Bedingungen zweifellos, aber dafür risikoarm. Anders war wohl die Behandlung bei den im Befestigungsbau an der Front eingesetzten Einheiten oder in den Alpen, wo man die Arbeiter ohne Arbeitskleidung und Ausrüstung zu sehr harter Arbeit im Erdaushub einteilte. Nichtsdestotrotz galt das offensichtlich als besser als zur Arbeit nach Deutschland zu gehen oder in die Reihen des RSI Heers eingezogen zu werden.

Die Todt erwies sich als ein sehr wirksames Mittel zur Ausbeutung der Zwangsarbeit und gab den deutschen Kriegsanstrengungen einen grundlegenden Beitrag.

Amedo Osti Guerrazzi (2016)

Anmerkung 1
Paolo Savenago, Le organizzazioni Todt e Poll in provincia di Vicenza, Cierre, Verona, 2003, S.33
Anmerkung 2
Lutz Klinkhammer, L’occupazione tedesca in Italia, Bollati Boringhieri, Turin, 1997, S.146
Anmerkung 3
Archivio Centrale dello Stato, Segreteria particolare del Capo della Polizia RSI, B.32
Anmerkung 4
Archivio Centrale dello Stato, Segreteria particolare del Capo della Polizia RSI, B.32
Anmerkung 5
Lutz Klinkhammer, L’occupazione tedesca in Italia, S.147-148
Anmerkung 6
Archivio Centrale dello Stato, Segreteria particolare del Capo della Polizia RSI, B.32
Anmerkung 7
Archivio Centrale dello Stato, Segreteria particolare del Capo della Polizia RSI, B.27
Anmerkung 8
Archivio Centrale dello Stato, Ministero dell’Interno, categoria A5G (II Guerra Mondiale), B.152.
Anmerkung 9
Lutz Klinkhammer, L’occupazione tedesca in Italia, S.147
Anmerkung 10
Archivio Centrale dello Stato, Ministero dell’Interno RSI, Gabinetto, B.33
Anmerkung 11
Archivio Centrale dello Stato, Segreteria particolare del Capo della Polizia RSI, B.40
Anmerkung 12
Archivio Centrale dello Stato, Ministero dell’Interno RSI, Gabinetto, B.43
Anmerkung 13
Archivio Centrale dello Stato, Ministero dell’Interno RSI, Gabinetto, B.43
Anmerkung 14
Archivio Centrale dello Stato, Ministero dell’Interno RSI, Gabinetto, B.43
Anmerkung 15
Archivio Centrale dello Stato, Ministero dell’Interno RSI, Gabinetto, B.43
Anmerkung 16
Archivio Centrale dello Stato, Ministero dell’Interno RSI, Gabinetto, B.2
Anmerkung 17
Archivio Centrale dello Stato, Ministero dell’Interno RSI, Gabinetto, B.2
AEL Arbeitserziehungslager

Die  Arbeitserziehungslager (AEL) wurden von der Gestapo ab 1940 mit dem Ziel eingerichtet,  Personen “umzuerziehen”, die der Industriesabotage angeklagt, oder aus irgend einem anderen Grund für “arbeitsunwillig” gehalten wurden. In der Tat waren diese Lager auch ein Mittel zur Ausbeutung der Zwangsarbeit. Man hat ausgerechnet, dass in Italien und in den Besetzungsgebieten circa 200 Arbeitserziehungslager in Funktion gewesen sind und dass dort circa 500-tausend Personen gefangen waren. 

Bau-und Arbeits Battallion B.A.B.
Während des Zweiten Weltkrieges bildeten die Deutschen Einheiten Kriegsgefangener, genannt Bau-und Arbeitsbatallion (abgekürzt B.A.B.).
Die B.A.B. bestanden durchschnittlich aus 600 Arbeitsgefangenen. Die Besonderheit dieser Einheiten lag in ihrer Mobilität: Im Gegensatz zu den StaLag Gefangenen waren sie nicht einem spezifischen Ort bestimmt, sondern wurden je nach Bedarf versetzt.
I.G. Farben
Die I.G. (Interessen-Gemeinschaft) Farben wurde 1925 durch die Zusammenlegung verschiedener deutscher Industrien gegründet. Während des Zweiten Weltkrieges war sie der führende Chemie Konzern NS-Deutschlands. Die I.G. Farben ist unter den Betrieben gewesen, die am meisten auf Zwangsarbeit zurückgegriffen haben, insbesondere beim Bau der Anlagen in Auschwitz. Die Führungskräfte der I.G. Farben waren unter den Angeklagten des Nürnberger Prozesses 1947/48. Zu Kriegsende beschlossen die Alliierten den Konzern zu zerstückeln, indem sie die Firmen, aus denen er ursprünglich bestand, neu gründeten.
Kriegsgefangenen Arbeitskommando
Die Arbeitskommandos waren Arbeitslager für Kriegsgefangene der Deutschen. In der Regel bestanden sie aus einigen hundert Gefangenen und befanden sich nahe der Arbeitsstätten (Fabriken, Minen, Landwirtschaft). Die Verwaltung war einem StaLag (Kriegsgefangenenlager) anvertraut. Von einem StaLag konnten bis zu mehrere Hundert Arbeitskommandos abhängen. Die Arbeitskommandos für allieerte Kriegsgefangene wurden regelmäßig von Vertretern des Roten Kreuzes besucht.
Ispettorato Militare del Lavoro (Militärische Behörde zur Arbeitsaufsicht)
Das Ispettorato Militare del Lavoro war eine militärische Behörde zur Arbeitsaufsicht, die 1943 mit dem Zweck gegründet worden ist, Arbeiter für den Bau von Abwehreinrichtungen zum Schutze der Italienischen Sozialrepubblik (RSI) zu rekrutieren und die Schäden der Luftangriffe zu reparieren. Auch nach dem Namen des Begründers und Kommandanten “Organizzazione Paladino” bekannt, erfasste das Ispettorato Militare del Lavoro einige zentausend Männer und arbeitete eng mit den Deutschen zusammen, bisweilen direkt in ihrem im Dienst.
Organisation Todt
Die Organisation Todt wurde Ende der 30-er Jahre in Deutschland zur Einordnung der Arbeitskraft für den Bau militärischer Einrichtungen geschaffen. Bis zu seinem Tod (1942) vom Begründer Fritz Todt geleitet, wurde die Organisation während des Krieges zur
Ausbeutung der Zwangsarbeit in den von den Deutschen besetzten Gebeieten eingesetzt. In Italien spielte die Organisation Todt eine grundlegende Rolle in der Erbauung der am Appennin entlang führenden Verteidigungslinien und setzte dazu zentausende Männer ein.
Paladino Francesco
Francesco Paladino wurde 1890 in Scilla bei Reggio Calabria geboren und meldete sich 1907 freiwillig bei den Telegrafistentruppen. 1908 zum Unteroffizier ernannt, nahm er mit diesem Dienstgrad am Tripoliskrieg teil. 1914 wurde er zum Leutnant befördert und während des Ersten Weltrkrieges zum Hauptmann. Er blieb in der Armee und wurde 1932 Oberleutnant. 1936 nahm er am Abessinienkrieg teil, im Laufe dessen er zum Oberst ernannt wurde.
Im Rahmen des Zweiten Weltkrieges kämpfte Paladino auf der Griechisch-Italienischen Front. Bei der Rückkehr wurde er dem Bozener Korps zugeteilt. 1942 zum Brigadengeneral befördert, trat er nach dem Waffenstillstand der Italienischen Sozialrepublik (RSI) bei, für die er das Ispettorato Militare del Lavoro schuf.
1945 trat Paladino in den Ruhestand, 1970 verlieh man ihm den Ehrengrad des Divisionsgenerals.
Francesco Paladino starb 1974.
Sauckel Fritz
Fritz Sauckel, geboren 1894, war ein NSDAP-Gauleiter. 1942 wurde er zum Generalbevollmächtigten der Zwangsarbeit in allen deutschen Besetzungsgebieten ernannt. De facto war er also für die Rekrutierung und den Einsatz der Zwangsarbeiter verantwortlich. In Italien versuchte seine Organisation mit spärlichen Erfolg hunderttausende Menschen ins Reich abzuschleppen. Er wurde in Nürnberg vor Gericht gestellt, das Todesurteil wurde 1946 vollzogen.
Speer Albert

Albert Speer, geboren 1905, war ein Architekt, der eine hervorragende persönliche Beziehung zu Hitler hatte. Er war zwar kein glühender Nazi, dennoch war er der Schöpfer der Parteiparaden und genoss dadurch die Achtung und das Vertrauen des Führers. Nach Fritz Todts Tod, wurde er 1942 zum Reichsminister für Bewaffnung und Munition ernannt, der die Organisation Todt unterstand. Er wurde in Nürnberg vor Gericht gestellt und zu zwanzig Jahre Haft verurteilt. Er ist 1981 in London gestorben.

Stalag
Deutsches Kriegsgefangenenlager. Die Lebesbedingungen in den StaLag waren je nach Nationalität der Gefangenen (Alliierte, Sowjetbürger, italienische Militärinternierte usw.) sehr unterschiedlich.
Todt Fritz
Fritz Todt war ein deutscher Ingenieur, der in den 30-er Jahren für die Erbauung des von Hitler gewollten Autobahnsystems verantwortlich war. Am Ende der 30-er gründete er die Organisation Todt mit der Zielsetzung, Zwangsarbeitskraft für den Bau der Verteidigungslinien entlang der Grenze mit Frankreich zu liefern. Während des Krieges leitete seine Organisation den Einsatz der Zwangsarbeit in den Besetzungsgebieten. Er starb 1942 in einem Flugunfall.
Gemeinschaftslager
Die Gemeinschaftslager sowie die Wohnlager waren unbeaufsichtigte Lager für ausländische Arbeiter, während die Arbeitslager unter Aufsicht standen. Zumeist wird nur für letztere der Begriff der Zwangsarbeit verwendet, aber izwischen neigen die Historiker dazu das Bedeutungsfeld entschiedenen zu revidieren und den Begriff auf Arbeitsverhältinsse, die nur förmlich freiwillig aber de facto Zwangarbeit waren, zu erweitern. Die gegenwärtige Historikerdebatte geht in die Richtung den Begriff der Zwangarbeit durch folgende drei Merkmale zu definieren:
- Die rechtliche Unmöglichkeit für den Arbeiter das Arbeitsverhältnis zu beenden
- Die begrenzten Möglichkeiten Einfluss auf die eigenen Arbeitsbedingungen zu nehmen
- Eine hohe Sterberate als Hinweis auf eine überdurschnittliche Arbeitslast gleichzeitiger Unterernährung.
Siehe [https://www.bundesarchiv.de/zwangsarbeit/geschichte/auslaendisch/begriffe/index.html]
AEL Arbeitserziehungslager

Die  Arbeitserziehungslager (AEL) wurden von der Gestapo ab 1940 mit dem Ziel eingerichtet,  Personen “umzuerziehen”, die der Industriesabotage angeklagt, oder aus irgend einem anderen Grund für “arbeitsunwillig” gehalten wurden. In der Tat waren diese Lager auch ein Mittel zur Ausbeutung der Zwangsarbeit. Man hat ausgerechnet, dass in Italien und in den Besetzungsgebieten circa 200 Arbeitserziehungslager in Funktion gewesen sind und dass dort circa 500-tausend Personen gefangen waren. 

Bau-und Arbeits Battallion B.A.B.
Während des Zweiten Weltkrieges bildeten die Deutschen Einheiten Kriegsgefangener, genannt Bau-und Arbeitsbatallion (abgekürzt B.A.B.).
Die B.A.B. bestanden durchschnittlich aus 600 Arbeitsgefangenen. Die Besonderheit dieser Einheiten lag in ihrer Mobilität: Im Gegensatz zu den StaLag Gefangenen waren sie nicht einem spezifischen Ort bestimmt, sondern wurden je nach Bedarf versetzt.
I.G. Farben
Die I.G. (Interessen-Gemeinschaft) Farben wurde 1925 durch die Zusammenlegung verschiedener deutscher Industrien gegründet. Während des Zweiten Weltkrieges war sie der führende Chemie Konzern NS-Deutschlands. Die I.G. Farben ist unter den Betrieben gewesen, die am meisten auf Zwangsarbeit zurückgegriffen haben, insbesondere beim Bau der Anlagen in Auschwitz. Die Führungskräfte der I.G. Farben waren unter den Angeklagten des Nürnberger Prozesses 1947/48. Zu Kriegsende beschlossen die Alliierten den Konzern zu zerstückeln, indem sie die Firmen, aus denen er ursprünglich bestand, neu gründeten.
Kriegsgefangenen Arbeitskommando
Die Arbeitskommandos waren Arbeitslager für Kriegsgefangene der Deutschen. In der Regel bestanden sie aus einigen hundert Gefangenen und befanden sich nahe der Arbeitsstätten (Fabriken, Minen, Landwirtschaft). Die Verwaltung war einem StaLag (Kriegsgefangenenlager) anvertraut. Von einem StaLag konnten bis zu mehrere Hundert Arbeitskommandos abhängen. Die Arbeitskommandos für allieerte Kriegsgefangene wurden regelmäßig von Vertretern des Roten Kreuzes besucht.
Ispettorato Militare del Lavoro (Militärische Behörde zur Arbeitsaufsicht)
Das Ispettorato Militare del Lavoro war eine militärische Behörde zur Arbeitsaufsicht, die 1943 mit dem Zweck gegründet worden ist, Arbeiter für den Bau von Abwehreinrichtungen zum Schutze der Italienischen Sozialrepubblik (RSI) zu rekrutieren und die Schäden der Luftangriffe zu reparieren. Auch nach dem Namen des Begründers und Kommandanten “Organizzazione Paladino” bekannt, erfasste das Ispettorato Militare del Lavoro einige zentausend Männer und arbeitete eng mit den Deutschen zusammen, bisweilen direkt in ihrem im Dienst.
Organisation Todt
Die Organisation Todt wurde Ende der 30-er Jahre in Deutschland zur Einordnung der Arbeitskraft für den Bau militärischer Einrichtungen geschaffen. Bis zu seinem Tod (1942) vom Begründer Fritz Todt geleitet, wurde die Organisation während des Krieges zur
Ausbeutung der Zwangsarbeit in den von den Deutschen besetzten Gebeieten eingesetzt. In Italien spielte die Organisation Todt eine grundlegende Rolle in der Erbauung der am Appennin entlang führenden Verteidigungslinien und setzte dazu zentausende Männer ein.
Paladino Francesco
Francesco Paladino wurde 1890 in Scilla bei Reggio Calabria geboren und meldete sich 1907 freiwillig bei den Telegrafistentruppen. 1908 zum Unteroffizier ernannt, nahm er mit diesem Dienstgrad am Tripoliskrieg teil. 1914 wurde er zum Leutnant befördert und während des Ersten Weltrkrieges zum Hauptmann. Er blieb in der Armee und wurde 1932 Oberleutnant. 1936 nahm er am Abessinienkrieg teil, im Laufe dessen er zum Oberst ernannt wurde.
Im Rahmen des Zweiten Weltkrieges kämpfte Paladino auf der Griechisch-Italienischen Front. Bei der Rückkehr wurde er dem Bozener Korps zugeteilt. 1942 zum Brigadengeneral befördert, trat er nach dem Waffenstillstand der Italienischen Sozialrepublik (RSI) bei, für die er das Ispettorato Militare del Lavoro schuf.
1945 trat Paladino in den Ruhestand, 1970 verlieh man ihm den Ehrengrad des Divisionsgenerals.
Francesco Paladino starb 1974.
Sauckel Fritz
Fritz Sauckel, geboren 1894, war ein NSDAP-Gauleiter. 1942 wurde er zum Generalbevollmächtigten der Zwangsarbeit in allen deutschen Besetzungsgebieten ernannt. De facto war er also für die Rekrutierung und den Einsatz der Zwangsarbeiter verantwortlich. In Italien versuchte seine Organisation mit spärlichen Erfolg hunderttausende Menschen ins Reich abzuschleppen. Er wurde in Nürnberg vor Gericht gestellt, das Todesurteil wurde 1946 vollzogen.
Speer Albert

Albert Speer, geboren 1905, war ein Architekt, der eine hervorragende persönliche Beziehung zu Hitler hatte. Er war zwar kein glühender Nazi, dennoch war er der Schöpfer der Parteiparaden und genoss dadurch die Achtung und das Vertrauen des Führers. Nach Fritz Todts Tod, wurde er 1942 zum Reichsminister für Bewaffnung und Munition ernannt, der die Organisation Todt unterstand. Er wurde in Nürnberg vor Gericht gestellt und zu zwanzig Jahre Haft verurteilt. Er ist 1981 in London gestorben.

Stalag
Deutsches Kriegsgefangenenlager. Die Lebesbedingungen in den StaLag waren je nach Nationalität der Gefangenen (Alliierte, Sowjetbürger, italienische Militärinternierte usw.) sehr unterschiedlich.
Todt Fritz
Fritz Todt war ein deutscher Ingenieur, der in den 30-er Jahren für die Erbauung des von Hitler gewollten Autobahnsystems verantwortlich war. Am Ende der 30-er gründete er die Organisation Todt mit der Zielsetzung, Zwangsarbeitskraft für den Bau der Verteidigungslinien entlang der Grenze mit Frankreich zu liefern. Während des Krieges leitete seine Organisation den Einsatz der Zwangsarbeit in den Besetzungsgebieten. Er starb 1942 in einem Flugunfall.
Gemeinschaftslager
Die Gemeinschaftslager sowie die Wohnlager waren unbeaufsichtigte Lager für ausländische Arbeiter, während die Arbeitslager unter Aufsicht standen. Zumeist wird nur für letztere der Begriff der Zwangsarbeit verwendet, aber izwischen neigen die Historiker dazu das Bedeutungsfeld entschiedenen zu revidieren und den Begriff auf Arbeitsverhältinsse, die nur förmlich freiwillig aber de facto Zwangarbeit waren, zu erweitern. Die gegenwärtige Historikerdebatte geht in die Richtung den Begriff der Zwangarbeit durch folgende drei Merkmale zu definieren:
- Die rechtliche Unmöglichkeit für den Arbeiter das Arbeitsverhältnis zu beenden
- Die begrenzten Möglichkeiten Einfluss auf die eigenen Arbeitsbedingungen zu nehmen
- Eine hohe Sterberate als Hinweis auf eine überdurschnittliche Arbeitslast gleichzeitiger Unterernährung.
Siehe [https://www.bundesarchiv.de/zwangsarbeit/geschichte/auslaendisch/begriffe/index.html]
AEL Arbeitserziehungslager

Die  Arbeitserziehungslager (AEL) wurden von der Gestapo ab 1940 mit dem Ziel eingerichtet,  Personen “umzuerziehen”, die der Industriesabotage angeklagt, oder aus irgend einem anderen Grund für “arbeitsunwillig” gehalten wurden. In der Tat waren diese Lager auch ein Mittel zur Ausbeutung der Zwangsarbeit. Man hat ausgerechnet, dass in Italien und in den Besetzungsgebieten circa 200 Arbeitserziehungslager in Funktion gewesen sind und dass dort circa 500-tausend Personen gefangen waren. 

Bau-und Arbeits Battallion B.A.B.
Während des Zweiten Weltkrieges bildeten die Deutschen Einheiten Kriegsgefangener, genannt Bau-und Arbeitsbatallion (abgekürzt B.A.B.).
Die B.A.B. bestanden durchschnittlich aus 600 Arbeitsgefangenen. Die Besonderheit dieser Einheiten lag in ihrer Mobilität: Im Gegensatz zu den StaLag Gefangenen waren sie nicht einem spezifischen Ort bestimmt, sondern wurden je nach Bedarf versetzt.
I.G. Farben
Die I.G. (Interessen-Gemeinschaft) Farben wurde 1925 durch die Zusammenlegung verschiedener deutscher Industrien gegründet. Während des Zweiten Weltkrieges war sie der führende Chemie Konzern NS-Deutschlands. Die I.G. Farben ist unter den Betrieben gewesen, die am meisten auf Zwangsarbeit zurückgegriffen haben, insbesondere beim Bau der Anlagen in Auschwitz. Die Führungskräfte der I.G. Farben waren unter den Angeklagten des Nürnberger Prozesses 1947/48. Zu Kriegsende beschlossen die Alliierten den Konzern zu zerstückeln, indem sie die Firmen, aus denen er ursprünglich bestand, neu gründeten.
Kriegsgefangenen Arbeitskommando
Die Arbeitskommandos waren Arbeitslager für Kriegsgefangene der Deutschen. In der Regel bestanden sie aus einigen hundert Gefangenen und befanden sich nahe der Arbeitsstätten (Fabriken, Minen, Landwirtschaft). Die Verwaltung war einem StaLag (Kriegsgefangenenlager) anvertraut. Von einem StaLag konnten bis zu mehrere Hundert Arbeitskommandos abhängen. Die Arbeitskommandos für allieerte Kriegsgefangene wurden regelmäßig von Vertretern des Roten Kreuzes besucht.
Ispettorato Militare del Lavoro (Militärische Behörde zur Arbeitsaufsicht)
Das Ispettorato Militare del Lavoro war eine militärische Behörde zur Arbeitsaufsicht, die 1943 mit dem Zweck gegründet worden ist, Arbeiter für den Bau von Abwehreinrichtungen zum Schutze der Italienischen Sozialrepubblik (RSI) zu rekrutieren und die Schäden der Luftangriffe zu reparieren. Auch nach dem Namen des Begründers und Kommandanten “Organizzazione Paladino” bekannt, erfasste das Ispettorato Militare del Lavoro einige zentausend Männer und arbeitete eng mit den Deutschen zusammen, bisweilen direkt in ihrem im Dienst.
Organisation Todt
Die Organisation Todt wurde Ende der 30-er Jahre in Deutschland zur Einordnung der Arbeitskraft für den Bau militärischer Einrichtungen geschaffen. Bis zu seinem Tod (1942) vom Begründer Fritz Todt geleitet, wurde die Organisation während des Krieges zur
Ausbeutung der Zwangsarbeit in den von den Deutschen besetzten Gebeieten eingesetzt. In Italien spielte die Organisation Todt eine grundlegende Rolle in der Erbauung der am Appennin entlang führenden Verteidigungslinien und setzte dazu zentausende Männer ein.
Paladino Francesco
Francesco Paladino wurde 1890 in Scilla bei Reggio Calabria geboren und meldete sich 1907 freiwillig bei den Telegrafistentruppen. 1908 zum Unteroffizier ernannt, nahm er mit diesem Dienstgrad am Tripoliskrieg teil. 1914 wurde er zum Leutnant befördert und während des Ersten Weltrkrieges zum Hauptmann. Er blieb in der Armee und wurde 1932 Oberleutnant. 1936 nahm er am Abessinienkrieg teil, im Laufe dessen er zum Oberst ernannt wurde.
Im Rahmen des Zweiten Weltkrieges kämpfte Paladino auf der Griechisch-Italienischen Front. Bei der Rückkehr wurde er dem Bozener Korps zugeteilt. 1942 zum Brigadengeneral befördert, trat er nach dem Waffenstillstand der Italienischen Sozialrepublik (RSI) bei, für die er das Ispettorato Militare del Lavoro schuf.
1945 trat Paladino in den Ruhestand, 1970 verlieh man ihm den Ehrengrad des Divisionsgenerals.
Francesco Paladino starb 1974.
Sauckel Fritz
Fritz Sauckel, geboren 1894, war ein NSDAP-Gauleiter. 1942 wurde er zum Generalbevollmächtigten der Zwangsarbeit in allen deutschen Besetzungsgebieten ernannt. De facto war er also für die Rekrutierung und den Einsatz der Zwangsarbeiter verantwortlich. In Italien versuchte seine Organisation mit spärlichen Erfolg hunderttausende Menschen ins Reich abzuschleppen. Er wurde in Nürnberg vor Gericht gestellt, das Todesurteil wurde 1946 vollzogen.
Speer Albert

Albert Speer, geboren 1905, war ein Architekt, der eine hervorragende persönliche Beziehung zu Hitler hatte. Er war zwar kein glühender Nazi, dennoch war er der Schöpfer der Parteiparaden und genoss dadurch die Achtung und das Vertrauen des Führers. Nach Fritz Todts Tod, wurde er 1942 zum Reichsminister für Bewaffnung und Munition ernannt, der die Organisation Todt unterstand. Er wurde in Nürnberg vor Gericht gestellt und zu zwanzig Jahre Haft verurteilt. Er ist 1981 in London gestorben.

Todt Fritz
Fritz Todt war ein deutscher Ingenieur, der in den 30-er Jahren für die Erbauung des von Hitler gewollten Autobahnsystems verantwortlich war. Am Ende der 30-er gründete er die Organisation Todt mit der Zielsetzung, Zwangsarbeitskraft für den Bau der Verteidigungslinien entlang der Grenze mit Frankreich zu liefern. Während des Krieges leitete seine Organisation den Einsatz der Zwangsarbeit in den Besetzungsgebieten. Er starb 1942 in einem Flugunfall.
AEL Arbeitserziehungslager

Die  Arbeitserziehungslager (AEL) wurden von der Gestapo ab 1940 mit dem Ziel eingerichtet,  Personen “umzuerziehen”, die der Industriesabotage angeklagt, oder aus irgend einem anderen Grund für “arbeitsunwillig” gehalten wurden. In der Tat waren diese Lager auch ein Mittel zur Ausbeutung der Zwangsarbeit. Man hat ausgerechnet, dass in Italien und in den Besetzungsgebieten circa 200 Arbeitserziehungslager in Funktion gewesen sind und dass dort circa 500-tausend Personen gefangen waren. 

Bau-und Arbeits Battallion B.A.B.
Während des Zweiten Weltkrieges bildeten die Deutschen Einheiten Kriegsgefangener, genannt Bau-und Arbeitsbatallion (abgekürzt B.A.B.).
Die B.A.B. bestanden durchschnittlich aus 600 Arbeitsgefangenen. Die Besonderheit dieser Einheiten lag in ihrer Mobilität: Im Gegensatz zu den StaLag Gefangenen waren sie nicht einem spezifischen Ort bestimmt, sondern wurden je nach Bedarf versetzt.
I.G. Farben
Die I.G. (Interessen-Gemeinschaft) Farben wurde 1925 durch die Zusammenlegung verschiedener deutscher Industrien gegründet. Während des Zweiten Weltkrieges war sie der führende Chemie Konzern NS-Deutschlands. Die I.G. Farben ist unter den Betrieben gewesen, die am meisten auf Zwangsarbeit zurückgegriffen haben, insbesondere beim Bau der Anlagen in Auschwitz. Die Führungskräfte der I.G. Farben waren unter den Angeklagten des Nürnberger Prozesses 1947/48. Zu Kriegsende beschlossen die Alliierten den Konzern zu zerstückeln, indem sie die Firmen, aus denen er ursprünglich bestand, neu gründeten.
Kriegsgefangenen Arbeitskommando
Die Arbeitskommandos waren Arbeitslager für Kriegsgefangene der Deutschen. In der Regel bestanden sie aus einigen hundert Gefangenen und befanden sich nahe der Arbeitsstätten (Fabriken, Minen, Landwirtschaft). Die Verwaltung war einem StaLag (Kriegsgefangenenlager) anvertraut. Von einem StaLag konnten bis zu mehrere Hundert Arbeitskommandos abhängen. Die Arbeitskommandos für allieerte Kriegsgefangene wurden regelmäßig von Vertretern des Roten Kreuzes besucht.
Ispettorato Militare del Lavoro (Militärische Behörde zur Arbeitsaufsicht)
Das Ispettorato Militare del Lavoro war eine militärische Behörde zur Arbeitsaufsicht, die 1943 mit dem Zweck gegründet worden ist, Arbeiter für den Bau von Abwehreinrichtungen zum Schutze der Italienischen Sozialrepubblik (RSI) zu rekrutieren und die Schäden der Luftangriffe zu reparieren. Auch nach dem Namen des Begründers und Kommandanten “Organizzazione Paladino” bekannt, erfasste das Ispettorato Militare del Lavoro einige zentausend Männer und arbeitete eng mit den Deutschen zusammen, bisweilen direkt in ihrem im Dienst.
Organisation Todt
Die Organisation Todt wurde Ende der 30-er Jahre in Deutschland zur Einordnung der Arbeitskraft für den Bau militärischer Einrichtungen geschaffen. Bis zu seinem Tod (1942) vom Begründer Fritz Todt geleitet, wurde die Organisation während des Krieges zur
Ausbeutung der Zwangsarbeit in den von den Deutschen besetzten Gebeieten eingesetzt. In Italien spielte die Organisation Todt eine grundlegende Rolle in der Erbauung der am Appennin entlang führenden Verteidigungslinien und setzte dazu zentausende Männer ein.
Paladino Francesco
Francesco Paladino wurde 1890 in Scilla bei Reggio Calabria geboren und meldete sich 1907 freiwillig bei den Telegrafistentruppen. 1908 zum Unteroffizier ernannt, nahm er mit diesem Dienstgrad am Tripoliskrieg teil. 1914 wurde er zum Leutnant befördert und während des Ersten Weltrkrieges zum Hauptmann. Er blieb in der Armee und wurde 1932 Oberleutnant. 1936 nahm er am Abessinienkrieg teil, im Laufe dessen er zum Oberst ernannt wurde.
Im Rahmen des Zweiten Weltkrieges kämpfte Paladino auf der Griechisch-Italienischen Front. Bei der Rückkehr wurde er dem Bozener Korps zugeteilt. 1942 zum Brigadengeneral befördert, trat er nach dem Waffenstillstand der Italienischen Sozialrepublik (RSI) bei, für die er das Ispettorato Militare del Lavoro schuf.
1945 trat Paladino in den Ruhestand, 1970 verlieh man ihm den Ehrengrad des Divisionsgenerals.
Francesco Paladino starb 1974.
Sauckel Fritz
Fritz Sauckel, geboren 1894, war ein NSDAP-Gauleiter. 1942 wurde er zum Generalbevollmächtigten der Zwangsarbeit in allen deutschen Besetzungsgebieten ernannt. De facto war er also für die Rekrutierung und den Einsatz der Zwangsarbeiter verantwortlich. In Italien versuchte seine Organisation mit spärlichen Erfolg hunderttausende Menschen ins Reich abzuschleppen. Er wurde in Nürnberg vor Gericht gestellt, das Todesurteil wurde 1946 vollzogen.
Speer Albert

Albert Speer, geboren 1905, war ein Architekt, der eine hervorragende persönliche Beziehung zu Hitler hatte. Er war zwar kein glühender Nazi, dennoch war er der Schöpfer der Parteiparaden und genoss dadurch die Achtung und das Vertrauen des Führers. Nach Fritz Todts Tod, wurde er 1942 zum Reichsminister für Bewaffnung und Munition ernannt, der die Organisation Todt unterstand. Er wurde in Nürnberg vor Gericht gestellt und zu zwanzig Jahre Haft verurteilt. Er ist 1981 in London gestorben.

Todt Fritz
Fritz Todt war ein deutscher Ingenieur, der in den 30-er Jahren für die Erbauung des von Hitler gewollten Autobahnsystems verantwortlich war. Am Ende der 30-er gründete er die Organisation Todt mit der Zielsetzung, Zwangsarbeitskraft für den Bau der Verteidigungslinien entlang der Grenze mit Frankreich zu liefern. Während des Krieges leitete seine Organisation den Einsatz der Zwangsarbeit in den Besetzungsgebieten. Er starb 1942 in einem Flugunfall.