La doppia deportazione

Montenegrinische Deportierte: Vom Lager auf Ponza in die deutschen Konzentrationslager


Die Rekonstruktion des Weges während der Gefangenschaft und der “zweifachen Deportation” einiger montenegrinischer Zivilisten über die Konzentrationslager Ponza, Renicci, Nürnberg, Flossenbürg, Buchenwald und Dora beruht weitgehend auf dem 2008 veröffentlichten Zeitzeugenbericht von Branko Petričević1, ergänzt durch die knapperen, 1946 aufgenommenen Aussagen von Milorad Petrović2.

Von Montenegro nach Ponza


Branko Petričević wurde am 2. Juni 1913 in Podgorica in Montenegro geboren3. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Podgorica, nahm er in Belgrad ein Jurastudium auf, das er 1939 abschloss. An die Studienzeit erinnert Petričević: “Vor Kriegsbeginn gehörte ich einer progressiven Studentengruppe an und nahm mit ihr an zahlreichen Demonstrationen teil, auf denen ich zweimal festgenommen wurde”. Im Anschluss an das Studium arbeitete er als Angestellter bei der Post.
Nach dem Wehrdienst als Reserveoffizier in Belgrad wurde Petričević bei Kriegsausbruch (April 1941) als Kommandant einer motorisierten Einheit nach Kragujevac entsandt. Anschließend wurde er nach Sarajevo versetzt und “als die Deutschen kamen, wurden wir in der Kaserne nahe des Bahnhofs eingesperrt, aus der es mir am Abend des 17. oder 18. April 1941 zu entfliehen gelang”.

Bei Verbreitung der Nachricht, dass Spezialeinheiten in Belgrad alle als Revolutionäre bekannten Personen verhafteten, beschloss Petričević nach Podgorica zurückzukehren, wo er mit dem Sekretär des städtischen Komitees Sava Pejanović in Kontakt trat. Dieser riet ihm in der Stadt zu bleiben, da die Partisanen gerade eine militärische Aktion planten, um sich der gewaltsamen Unterdrückung des Generals und Gouverneurs Alessandro Pirzio Biroli zu widersetzen, der durch seine repressiven Maßnahmen versuchte, den kommunistischen und patriotischen Aufstand der Montenegriner niederzuschlagen4.


“Die Sache ging jedoch ganz anders aus”, so Petričević: “Am 9. Dezember 1941 wurde ich verhaftet und in der “Kuća Rogosić“ eingesperrt. Ich verbrachte zwei Tage im Gefängnis und wurde dann freigelassen. Nur im Nachhinein wurde mir dann Strategie klar: Sie wollten uns folgen, um zu sehen mit wem wir Umgang hatten und dadurch weitere Widerstandskämpfer ergreifen zu können.” Und in der Tat wurde Petričević erneut verhaftet und in der ehemaligen Strafanstalt von Podgorica eingesperrt. Diesmal dauerte die Haft allerdings bis Kriegsende.

Die Deportation nach Ponza


März 1942 wurde Petričević mit weiteren 200 bis 300 Häftlingen in das Gefängnis von Neapel geführt, das – wie er nicht ohne ein bisschen Stolz anmerkt – “nach dem amerikanischen Modell Sing Sing erbaut worden war. Wir wurden ständig von den Wärtern durch das Guckloch in der Tür überwacht. Durch das Fenstergitter konnten wir einen ein Stückchen vom Himmel sehen. Aus Neapel wurden wir aber recht bald auf die Insel Ponza gebracht”.

Im Sommer 1941 beschloss das Innenministerium die ehemalige Strafkolonie Ponza in ein Konzentrationslager zu umzuwandeln, in dem ca. 800 aus den besetzten Gebieten Jugoslawiens deportierte Zivilisten untergebracht werden konnten. Der erste aus 178 Männern und 15 Frauen bestehende Transport traf am 5. März 1942 auf Ponza ein. Am 24. März kamen weitere 112 Männer und 24 Frauen auf die Insel. Im Juni kam noch eine Gruppe ethnischer Serben aus dem Kosovo, als sogenannte “unerwünschte Intellektuelle” aus zwei Konzentrationslagern in Albanien dazu. Die höchste Zahl an Häftlingen erreichte Ponza im Juli 1943 mit 708 Personen5.

Branko Petričević erinnert sich, die Zahlen übertreibend: “Meinen Berechnungen zufolge gab es in Ponza circa 1.000 Internierte, fast alle aus Montenegro und Metochien, eine den Serben heilige Region des Kosovos. Die Tore der Lager wurden bei Sonnenaufgang geöffnet und bei Sonnenuntergang wieder geschlossen. Tagsüber konnten sich die Häftlinge frei auf der Insel bewegen. Diejenigen, die von zu Hause Päckchen mit Bargeld erhielten, konnten sich in die Bars setzen, während sich diejenigen, die kein Geld hatten, ziellos herumtrieben. Wir haben uns öfters betrunken und die Internationale angestimmt. Die Carabinieri sagten uns nur: ‘Ich bitte Sie nicht zu singen’. Die Betrunkenen wurden ohne Anwendung von Gewalt ins Lager zurückbegleitet. Ich habe später in den deutschen Lagern oft an die Zeit auf Ponza zurückgedacht. Wir hatten ausreichend Freiheit, um kein Heimweh zu bekommen. In den 16 Monaten auf Ponza sind genau zwei Personen gestorben, und zwar eines natürlichen Todes.

Unsere einzige politische Tätigkeit bestand darin, die Propaganda der Nationalisten einzudämmen und mit Nationalisten meine ich all jene Antikommunisten, die eigentlich unpolitisch waren und in Wirklichkeit nichts Schlimmes taten; weder jemanden misshandelten noch mit den Deutschen oder mit den Italienern kollaborierten. Doch aufgrund der Bezeichnung ‚Nationalisten‘ bekamen sie bei Heimkehr nach Jugoslawien ernsten Ärger.”

Von Ponza nach Renicci

Mit dem Sturz Mussolinis begann man des Konzentrationslagers Ponza zu räumen6. Petričević erinnert sich: “Anfang September wurden wir gruppenweise nach Mittelitalien überstellt. Die erste Gruppe, der auch ich angehörte, wurde mit dem Zug in das Konzentrationslager Renicci transportiert. Am 8. September, am Tag der Kapitulation, waren wir gerade auf der Durchreise in Rom. In Renicci haben wir uns unter der Führung von Pavle Kadović politisch organisiert: Er war seit 1932 Mitglied der Kommunistischen Partei und bereits auf Ponza aktiv gewesen”.

Die Gruppe aus Ponza traf am 8./9. September in Renicci ein sie eine sehr große Aufregung vorfanden. Die Gefangenen, die seit dem 25. Juli sehnsüchtig auf eine Befreiung warteten, beschlossen am 8. September die Situation zu eskalieren. Um einen Aufstand im Lager niederzuschlagen, schossen die italienischen Wachen am 9.September auf die Internierten und verletzten dabei vier von ihnen.


“Die Deutschen hatten die Halbinsel bereits besetzt und unter dem Verwaltungspersonal des Lagers verbreitete sich Chaos. Gegen den 13. oder den 14. September nahm die Anzahl der im Lager Renicci im Wachdienst tätigen Carabinieri beträchtlich ab. Viele von ihnen waren einfach geflohen und wir haben die Gelegenheit genutzt, um den Zaun des Lagers zu durchschneiden. Die verbliebenen Carabinieri haben keinerlei Widerstand geleistet und so befreiten wir uns. Auf Kadovićs Anweisung teilten wir uns in kleine Gruppen auf, um Richtung Süden zu fliehen und uns den in Salerno an Land gegangenen Alliierten anzuschließen oder um die Adria Küste zu erreichen und nach Jugoslawien zurückzukehren”.


Aus den verschiedenen Berichten und Recherchen zu jenen Ereignissen7 geht hervor, dass sich eine Flut an Häftlinge ins Land rund um Anghiari ergoss, manche (die Slowenen) versuchten Richtung Norden stromaufwärts den Tiber entlang weiterzukommen, andere ostwärts in Richtung Adria entlang der Apennin-Eisenbahnstrecke, die Anghiari mit Fossato di Vico verband.

“Ich war in der Gruppe mit Veljko und Milorad Petrović, Vojslav und Branko Novaković, Milivoj Vukičević, Cvetko Mišolić, Todor Marinković, Đorđe Vukičević und anderen, die zu uns stießen. Wir erreichten Fossato von Süden. Ein Italiener mittleren Alters, ein Kommunist, kam uns entgegen. Er riet, uns noch weiter nach Süden zu gehen, wo die Partisanen waren. Wir hatten Hunger und waren erschöpft. Er ließ uns im Erdgeschoss eines kleinen Hauses mit einem ummauerten Innenhof ausruhen. Die Hausbewohner waren sehr freundlich zu uns. Sie gaben uns einen Teller Nudeln und Wein. Wir unterhielten uns ein bisschen und beschlossen, den Weg wiederaufzunehmen. Aber die faschistische Miliz hatte inzwischen das Haus umstellt. Wir wurden festgenommen und den sich auf der Durchreise in der Stadt befindlichen Deutschen ausgeliefert, die uns zurück nach Renicci brachten”.

Von Renicci ins Stammlager Nürnberg und weiter ins Konzentrationslager Flossenbürg

“Am Tag darauf ließen sie uns auf offene Güterwaggons steigen und transportierten uns nach Deutschland8. Die Deutschen hatten wahrscheinlich keine vollständigen Informationen über uns und sperrten uns vorerst in einem Kriegsgefangenenlager in Nürnberg ein. Wir waren ausschließlich Jugoslawen, circa 700.”

Sie verbrachten14 Tage in Quarantäne in Nürnberg, bevor sie ins Konzentrationslager Flossenbürg geschafft wurden.


“ Die Hölle begann bereits am Bahnhof Flossenbürg. Es erwartete uns die SS, die uns an Händen und Füßen aus dem Zug herunterzogen und dabei verprügelten. Der Bahnhof ist zwei, drei Kilometer vom Lager entfernt und, um es zu erreichen, musste man durch das Dorf, wo uns die Einwohner beschimpften. In Flossenbürg wurden uns die Haare geschoren. Die SS-Ärzte kreisten musterten uns und teilten uns nach körperlicher Verfassung auf. Ich war in einem guten Zustand, da ich in Italien, zusätzlich zum Essen des Lagers, auch Päckchen von meiner Mutter aus Montenegro bekommen hatte. Sie fragten mich nach meinem Beruf und ich antwortete, dass ich Angestellter bei der Post sei.”

Von Flossenbürg nach Buchenwald

Petričevićs Zeugnis zufolge wurde seine Gruppe nach 15-20 Tagen nach Buchenwald überstellt. Es handelte sich um ca. 350 Männer. Anderen Zeugenaussagen nach, bestand die in Buchenwald eingetroffene Gruppe aus 500 Personen9. Die Übrigen blieben in Flossenbürg und Petričević hat wahrscheinlich Recht, wenn er behauptet: “Soviel ich weiß, starben sie alle, denn die Bedingungen in Flossenbürg waren grausam.”


“Ungefähr eine Woche nach unserer Ankunft in Buchenwald wurden wir von gewissen Personen aufgesucht. Ich erinnere mich im Besonderen an einen Slowenen. Er wollte wissen, wie wir politisch eingestellt waren10. Uns erschienen diese Fragen wie eine Provokation und verhielten uns dementsprechend vorsichtig. Wahrscheinlich war es eben auf diesen Slowenen zurückzuführen, dass nur ein Bruchteil unserer Gruppe in Buchenwald blieb. Er traf im Übrigen nicht einmal eine gute Wahl, denn diejenigen die in Buchenwald bleiben durften, keineswegs Kommunisten waren. Falls es tatsächlich stimmt, dass dieser Slowene zusammen mit anderen darüber entscheiden konnte, wer Buchenwald verlassen und wer da bleiben sollte, dann wurde das Misstrauen, das wir sechzehn11, die bereits auf Ponza und Renicci gewesen waren, ihm gegenüber zeigten, offensichtlich sehr negativ ausgelegt. Denn wir wurden nach Dora geschickt12”.


Sowohl Petričević als auch Petrović spielen auf das kommunistische Geheimkomitee in Buchenwald an, das in die Lagerverwaltung eingebunden war und de facto über das Schicksal vieler Deportierter mitentscheiden konnte.

Von Buchenwald nach Dora


Milorad Petrović behauptet, dass von den ca. 450 mit ihm nach Dora-Mittelbau geschickten Häftlinge nur 40-50 überlebten. Petričević fährt fort: “Die Internierten nannten das Lager Dora schlicht “Todeslager”. Seit Ende Oktober 1943 grub man Stollen und unterirdische Räume. Man arbeitete ununterbrochen in 12-Stunden Schichten. Von Oktober 1944 bis Frühjahr 1945 befand sich das gesamte Lager unter der Erde. Man arbeitete sowohl an der Aushebung weiterer von Stollen und Untertagverlagerungen, als auch in den Junkers Werken, wo Flugzeuge und V2 Raketen produziert wurden. Die Sterblichkeitsrate war sehr, sehr hoch. In den Stollen, in denen wir schliefen, gab es keine Belüftung und der bei jeder Minenexplosion entstandener Staub raubte uns die Luft. Den Berechnungen der ehemaligen Häftlinge nach, überlebte man im Durchschnitt zwei Monate. Beweis dafür ist, dass jede Woche neue Transporte mit 500 Häftlingen eintrafen, die die Toten ersetzten. Am schlimmsten erging es den Russen, dann uns Jugoslawen aus dem Montenegro und Dalmatien. Wir hielten es allerdings länger als die Belgier und Franzosen aus, wahrscheinlich weil wir aus Gegenden kamen, in denen die moderne Medizin noch nicht so verbreitet war und diejenigen, unter den dortigen Klimabedingungen überlebten, waren offensichtlich die robusteren, – eine Form natürlicher Selektion.

Das Leben in den Stollen war zusätzlich durch die schlechte Qualität und die unzureichende Ernährung erschwert. Um die sogenannten Schlafstollen zu erreichen, musste man durch einen Engpass gehen, wo man uns regelmäßig verprügelte, so dass das Schlafengehen zu einer Qual wurde. Von Hygiene konnte keine Rede sein, wir hatten Eimer statt Klos. Meine Haare waren von Läusen befallen. Wir waren bis auf das Skelett abgemagert. Nur die Waden schienen noch Fleisch zu haben. Wenn man allerdings mit dem Finger darauf drückte, blieb eine Delle zurück, weil sie mit Wasser gefüllt waren. Wir haben diese fünf Monate wie einen Alptraum gelebt, Tag für Tag.


Im Frühling war das unterirdische Lager fertig. Am Eingang wurden die letzten Baracken gebaut. Und wir sahen wieder das Tageslicht. Das war für uns ein Hoffnungszeichen. Wir wurden geschoren und man ließ uns in einer mit Desinfektionsmittel gefüllten Wanne waschen. Das Gedränge in der Wanne kostete einigen Leuten das Leben. Andere erkrankten sofort danach an Lungenentzündung, weil man uns, sobald wir aus der Wanne gestiegen waren, die in der Zwischenzeit zwecks Desinfektion gekochten Kleider anziehen ließ, und diese noch klatschnass waren.

Morgens standen wir um fünf auf. Wir tranken eine Art Kaffee, denn das Wasser war eigentlich nicht trinkbar, und bekamen ein Stück Brot. Danach fand der Apell statt und anschließend ging es bis 16 Uhr in zur Arbeit in den Stollen.


Unter uns sechzehn, die wir aus Ponza, über Renicci, Flossenbürg und Buchenwald nach Dora gekommen waren, starben neun. Am meisten tut es mir um Branko Novaković, der an Tuberkulose starb, leid. Er hat sich nie beschwert. Dasselbe muss ich allerdings auch von den anderen sagen. Stoisch starben auch der Richter Bašić und der junge Milivoje Radivojević. Bašić litt an Nierenentzündung, er hat aber noch zwölf Stunden durchgehalten, bevor er dann von den Deutschen getötet wurde. Auch Radivojević starb ohne sich auch nur einmal beschwert zu haben. Todor Marinković und Đorđe Vukičević sind nach der Evakuierung des Lagers gestorben. Und dann starben Vučeta Petrović, Pero Mutoša, der Typ aus Pljevlja und Ivo Čubranović.


Die Räumung Doras begann im April 1945 und wurde gruppenweise durchgeführt. Man zwang uns – mich, Veljko Petrović, Milivoje Vukičević und zwei oder drei Slowenen – in die Waggons einzusteigen, gab uns dabei ein Stück Brot und eine Konserve für die Reise. Die Deutschen hielten den Transport einmal am Tag an, um Wasser zu tanken. Wir nutzten den Halt, um unsere Notdurft zu verrichten und um zu trinken. Die Waggons waren dermaßen überfüllt, dass diejenigen, die sich hinhockten, zu Tode getrampelt wurden. Wir konnten uns nur deshalb retten, weil wir in einer Ecke standen und es uns gelang, die Hand so nach außen auszustrecken, dass wir etwas frische Luft auf uns lenken konnten.


In Ravensbrück wurden die Leichen ausgeladen und nach einigen Tagen wurde die Gesunden aufgefordert, die Reise zu Fuß fortzusetzten, während die Erkrankten mit der Versicherung, ihnen würde nichts zustoßen, im Lager zurückgelassen wurden. Und in der Tat wurde ihnen, soviel ich weiß, kein Haar gekrümmt, da die Alliierten aus der Luft Flugblätter abgeworfen hatten, mit denen sie die Deutschen davor warnten die Gefangenen zu töten, wenn sie die totale Zerstörung der deutschen Städte vermeiden wollten.


Unter Bewachung marschierten wir 3-4 Tage lang. Bei Lübeck verschwanden auf einmal die von Panik ergriffenen Wachen und ich versteckte mich mit der Mehrzahl der Personen in einer Lagerhalle. Uns selbst überlassen, beschlossen wir den Weg fortzusetzen, mieden dabei allerdings die Hauptstraßen, auf denen die deutschen Zivilisten vor den Russen flohen. Wir übernachteten irgendwo in der Nähe von Pritzwalk. Dort schlossen sich uns zahlreiche Deportierte an, denen es gelungen war, den deutschen Kolonnen zu entfliehen. Dann begegneten wir den Russen. Mein Heimweg ging schließlich über Prag, wo ich mich einen Monat lang aufhielt, um das jugoslawische Rückführungskomitee zu unterstützen.”



Thomas Porena (2018)

Anmerkung 1
Dragoljub M. Kočić, Zapisi iz logorskog pakla, Belgrad, 2008, S. 58-71. Die zitierten Ausschnitte sind vom Autor übersetzt. Bemerkenswert ist, dass der Zeugenbericht von Petričević sich fast ausschließlich auf die Montenegriner Gruppe christlich-orthodoxen Glaubens bezieht.
Anmerkung 2
Milorad Petrović, 1946 aufgenomme Zeugenaussage, aufbewahrt im Archiv Jugoslawiens in Belgrad, im Bestand: Staatsausschuss zur Ermittlung der durch die Besatzer und ihre Kollaborateure begangenen Verbrechen (AJ 110-584-634).
Anmerkung 3
Branko Petričević 1982 gestorben.
Anmerkung 4
Alessandro Pirzio Biroli (*Campobasso 23.07.1877 – † Rom, 20.05 1962), war General der 9. Armee. Vom 3.10.1941 bis zum 20.07.1943 war er außerdem Gouverneur Montenegros, wohin er am 15.07.1941 mit militärischer und ziviler Bevollmächtigung entsandt wurde, um den wenige Tage davor ausgebrochenen Aufstand niederzuschlagen. Er ist für sein brutales und gewalttätiges Vorgehen in Erinnerung geblieben.
Anmerkung 5
Carlo Spartaco Capogreco: I campi del duce. L'internamento civile nell'Italia fascista (1940-1943). [Die Lager Mussolinis. Internierung der Zivilisten im faschistischen Italien (1940-1943)] (Turin, 2004), S. 202.
Anmerkung 6
Der Lagerkommandant verfasste eine Liste mit 541 Häftlingen, die ins Lager Renicci di Anghiari, bei Arezzo überstellt werden sollten. Vgl. Carlo Spartaco Capogreco: I campi del duce. L'internamento civile nell'Italia fascista (1940-1943) (Turin, 2004), S. 202.
Anmerkung 7
Vgl. u.a.. Giorgio Sacchetti, “Ventotene-Renicci d’Anghiari: dal confino al campo di concentramento”, in: A. Rivista Anarchica, Jg. 40 Nr. 354, http://www.arivista.org/?nr=354&pag=61.htm#note (aufgerufen am29.01.2018); Daniele Finzi: La vita quotidiana di un campo di concentramento fascista: ribelli sloveni nel querceto di Renicci-Anghiari (Arezzo) (Rom 2004), S. 82.
Anmerkung 8
Die genauen Umständen, unter denen der Transport von Renicci nach Deutschland stattgefunden hat, sind nach wie vor unklar. Weitere Zeugenaussagen (Vgl. den Text: “Vom Konzentrationslager auf Molat nach Deutschland“) scheinen die Zahl 700 zu bestätigen. In unserer Datenbank sind die Namen von ca. 400 aus Renicci deportierten Häftlingen erfasst.
Anmerkung 9
Vgl. den Zeugenbericht von Ivan Hočevar in Dragoljub Kočić: Jugosloveni u koncentracionom logoru Buhenvald 1941-1945 (Belgrad 1989), S. 71-72; sowie die Aussage von Milorad Petrović, AJ 110-584-634.
Anmerkung 10
Wahrscheinlich handelt es sich um Mitglieder des kommunistischen Geheimkomitees. Vgl. dazu den Text “Aus dem Gefängnis in Perugia nach Dachau und Buchenwald”; sowie die Biographien von Vido Popović und Jerko Matošić.
Anmerkung 11
Der Gruppe aus Podgorica gehörten an: Die Brüder Veljko und Milorad Petrović, die Brüder Branko und Vojslav Novaković, sowie Milivoje Vukičević, Vučeta Petrović, Todor Marinković, Đorđe Vukičević, Blažo Ulić, Pero Mugoša, Branko Petričević, der Pope Pavle Vrbica aus Njeguši, der Richter Stevan Bašić und Milivoje Radivojević aus Priština, ein alten Moslem, der aus der Gegend von Pljevlja stammte und Ivo Čubranović aus der Umgebung von Podgorica.
Anmerkung 12

In Wirklichkeit sind nicht alle nach Dora und Laura geschickt worden. Einige blieben in Buchenwald, andere wurden in das Nebenlager Weirnigerode verlegt, wo die Haftbedingungen etwas besser waren.. Vgl. Milorad Petrović AJ 110-584-634.


AEL Arbeitserziehungslager

Die  Arbeitserziehungslager (AEL) wurden von der Gestapo ab 1940 mit dem Ziel eingerichtet,  Personen “umzuerziehen”, die der Industriesabotage angeklagt, oder aus irgend einem anderen Grund für “arbeitsunwillig” gehalten wurden. In der Tat waren diese Lager auch ein Mittel zur Ausbeutung der Zwangsarbeit. Man hat ausgerechnet, dass in Italien und in den Besetzungsgebieten circa 200 Arbeitserziehungslager in Funktion gewesen sind und dass dort circa 500-tausend Personen gefangen waren. 

Bau-und Arbeits Battallion B.A.B.
Während des Zweiten Weltkrieges bildeten die Deutschen Einheiten Kriegsgefangener, genannt Bau-und Arbeitsbatallion (abgekürzt B.A.B.).
Die B.A.B. bestanden durchschnittlich aus 600 Arbeitsgefangenen. Die Besonderheit dieser Einheiten lag in ihrer Mobilität: Im Gegensatz zu den StaLag Gefangenen waren sie nicht einem spezifischen Ort bestimmt, sondern wurden je nach Bedarf versetzt.
I.G. Farben
Die I.G. (Interessen-Gemeinschaft) Farben wurde 1925 durch die Zusammenlegung verschiedener deutscher Industrien gegründet. Während des Zweiten Weltkrieges war sie der führende Chemie Konzern NS-Deutschlands. Die I.G. Farben ist unter den Betrieben gewesen, die am meisten auf Zwangsarbeit zurückgegriffen haben, insbesondere beim Bau der Anlagen in Auschwitz. Die Führungskräfte der I.G. Farben waren unter den Angeklagten des Nürnberger Prozesses 1947/48. Zu Kriegsende beschlossen die Alliierten den Konzern zu zerstückeln, indem sie die Firmen, aus denen er ursprünglich bestand, neu gründeten.
Kriegsgefangenen Arbeitskommando
Die Arbeitskommandos waren Arbeitslager für Kriegsgefangene der Deutschen. In der Regel bestanden sie aus einigen hundert Gefangenen und befanden sich nahe der Arbeitsstätten (Fabriken, Minen, Landwirtschaft). Die Verwaltung war einem StaLag (Kriegsgefangenenlager) anvertraut. Von einem StaLag konnten bis zu mehrere Hundert Arbeitskommandos abhängen. Die Arbeitskommandos für allieerte Kriegsgefangene wurden regelmäßig von Vertretern des Roten Kreuzes besucht.
Ispettorato Militare del Lavoro (Militärische Behörde zur Arbeitsaufsicht)
Das Ispettorato Militare del Lavoro war eine militärische Behörde zur Arbeitsaufsicht, die 1943 mit dem Zweck gegründet worden ist, Arbeiter für den Bau von Abwehreinrichtungen zum Schutze der Italienischen Sozialrepubblik (RSI) zu rekrutieren und die Schäden der Luftangriffe zu reparieren. Auch nach dem Namen des Begründers und Kommandanten “Organizzazione Paladino” bekannt, erfasste das Ispettorato Militare del Lavoro einige zentausend Männer und arbeitete eng mit den Deutschen zusammen, bisweilen direkt in ihrem im Dienst.
Organisation Todt
Die Organisation Todt wurde Ende der 30-er Jahre in Deutschland zur Einordnung der Arbeitskraft für den Bau militärischer Einrichtungen geschaffen. Bis zu seinem Tod (1942) vom Begründer Fritz Todt geleitet, wurde die Organisation während des Krieges zur
Ausbeutung der Zwangsarbeit in den von den Deutschen besetzten Gebeieten eingesetzt. In Italien spielte die Organisation Todt eine grundlegende Rolle in der Erbauung der am Appennin entlang führenden Verteidigungslinien und setzte dazu zentausende Männer ein.
Paladino Francesco
Francesco Paladino wurde 1890 in Scilla bei Reggio Calabria geboren und meldete sich 1907 freiwillig bei den Telegrafistentruppen. 1908 zum Unteroffizier ernannt, nahm er mit diesem Dienstgrad am Tripoliskrieg teil. 1914 wurde er zum Leutnant befördert und während des Ersten Weltrkrieges zum Hauptmann. Er blieb in der Armee und wurde 1932 Oberleutnant. 1936 nahm er am Abessinienkrieg teil, im Laufe dessen er zum Oberst ernannt wurde.
Im Rahmen des Zweiten Weltkrieges kämpfte Paladino auf der Griechisch-Italienischen Front. Bei der Rückkehr wurde er dem Bozener Korps zugeteilt. 1942 zum Brigadengeneral befördert, trat er nach dem Waffenstillstand der Italienischen Sozialrepublik (RSI) bei, für die er das Ispettorato Militare del Lavoro schuf.
1945 trat Paladino in den Ruhestand, 1970 verlieh man ihm den Ehrengrad des Divisionsgenerals.
Francesco Paladino starb 1974.
Sauckel Fritz
Fritz Sauckel, geboren 1894, war ein NSDAP-Gauleiter. 1942 wurde er zum Generalbevollmächtigten der Zwangsarbeit in allen deutschen Besetzungsgebieten ernannt. De facto war er also für die Rekrutierung und den Einsatz der Zwangsarbeiter verantwortlich. In Italien versuchte seine Organisation mit spärlichen Erfolg hunderttausende Menschen ins Reich abzuschleppen. Er wurde in Nürnberg vor Gericht gestellt, das Todesurteil wurde 1946 vollzogen.
Speer Albert

Albert Speer, geboren 1905, war ein Architekt, der eine hervorragende persönliche Beziehung zu Hitler hatte. Er war zwar kein glühender Nazi, dennoch war er der Schöpfer der Parteiparaden und genoss dadurch die Achtung und das Vertrauen des Führers. Nach Fritz Todts Tod, wurde er 1942 zum Reichsminister für Bewaffnung und Munition ernannt, der die Organisation Todt unterstand. Er wurde in Nürnberg vor Gericht gestellt und zu zwanzig Jahre Haft verurteilt. Er ist 1981 in London gestorben.

Stalag
Deutsches Kriegsgefangenenlager. Die Lebesbedingungen in den StaLag waren je nach Nationalität der Gefangenen (Alliierte, Sowjetbürger, italienische Militärinternierte usw.) sehr unterschiedlich.
Todt Fritz
Fritz Todt war ein deutscher Ingenieur, der in den 30-er Jahren für die Erbauung des von Hitler gewollten Autobahnsystems verantwortlich war. Am Ende der 30-er gründete er die Organisation Todt mit der Zielsetzung, Zwangsarbeitskraft für den Bau der Verteidigungslinien entlang der Grenze mit Frankreich zu liefern. Während des Krieges leitete seine Organisation den Einsatz der Zwangsarbeit in den Besetzungsgebieten. Er starb 1942 in einem Flugunfall.
Gemeinschaftslager
Die Gemeinschaftslager sowie die Wohnlager waren unbeaufsichtigte Lager für ausländische Arbeiter, während die Arbeitslager unter Aufsicht standen. Zumeist wird nur für letztere der Begriff der Zwangsarbeit verwendet, aber izwischen neigen die Historiker dazu das Bedeutungsfeld entschiedenen zu revidieren und den Begriff auf Arbeitsverhältinsse, die nur förmlich freiwillig aber de facto Zwangarbeit waren, zu erweitern. Die gegenwärtige Historikerdebatte geht in die Richtung den Begriff der Zwangarbeit durch folgende drei Merkmale zu definieren:
- Die rechtliche Unmöglichkeit für den Arbeiter das Arbeitsverhältnis zu beenden
- Die begrenzten Möglichkeiten Einfluss auf die eigenen Arbeitsbedingungen zu nehmen
- Eine hohe Sterberate als Hinweis auf eine überdurschnittliche Arbeitslast gleichzeitiger Unterernährung.
Siehe [https://www.bundesarchiv.de/zwangsarbeit/geschichte/auslaendisch/begriffe/index.html]
AEL Arbeitserziehungslager

Die  Arbeitserziehungslager (AEL) wurden von der Gestapo ab 1940 mit dem Ziel eingerichtet,  Personen “umzuerziehen”, die der Industriesabotage angeklagt, oder aus irgend einem anderen Grund für “arbeitsunwillig” gehalten wurden. In der Tat waren diese Lager auch ein Mittel zur Ausbeutung der Zwangsarbeit. Man hat ausgerechnet, dass in Italien und in den Besetzungsgebieten circa 200 Arbeitserziehungslager in Funktion gewesen sind und dass dort circa 500-tausend Personen gefangen waren. 

Bau-und Arbeits Battallion B.A.B.
Während des Zweiten Weltkrieges bildeten die Deutschen Einheiten Kriegsgefangener, genannt Bau-und Arbeitsbatallion (abgekürzt B.A.B.).
Die B.A.B. bestanden durchschnittlich aus 600 Arbeitsgefangenen. Die Besonderheit dieser Einheiten lag in ihrer Mobilität: Im Gegensatz zu den StaLag Gefangenen waren sie nicht einem spezifischen Ort bestimmt, sondern wurden je nach Bedarf versetzt.
I.G. Farben
Die I.G. (Interessen-Gemeinschaft) Farben wurde 1925 durch die Zusammenlegung verschiedener deutscher Industrien gegründet. Während des Zweiten Weltkrieges war sie der führende Chemie Konzern NS-Deutschlands. Die I.G. Farben ist unter den Betrieben gewesen, die am meisten auf Zwangsarbeit zurückgegriffen haben, insbesondere beim Bau der Anlagen in Auschwitz. Die Führungskräfte der I.G. Farben waren unter den Angeklagten des Nürnberger Prozesses 1947/48. Zu Kriegsende beschlossen die Alliierten den Konzern zu zerstückeln, indem sie die Firmen, aus denen er ursprünglich bestand, neu gründeten.
Kriegsgefangenen Arbeitskommando
Die Arbeitskommandos waren Arbeitslager für Kriegsgefangene der Deutschen. In der Regel bestanden sie aus einigen hundert Gefangenen und befanden sich nahe der Arbeitsstätten (Fabriken, Minen, Landwirtschaft). Die Verwaltung war einem StaLag (Kriegsgefangenenlager) anvertraut. Von einem StaLag konnten bis zu mehrere Hundert Arbeitskommandos abhängen. Die Arbeitskommandos für allieerte Kriegsgefangene wurden regelmäßig von Vertretern des Roten Kreuzes besucht.
Ispettorato Militare del Lavoro (Militärische Behörde zur Arbeitsaufsicht)
Das Ispettorato Militare del Lavoro war eine militärische Behörde zur Arbeitsaufsicht, die 1943 mit dem Zweck gegründet worden ist, Arbeiter für den Bau von Abwehreinrichtungen zum Schutze der Italienischen Sozialrepubblik (RSI) zu rekrutieren und die Schäden der Luftangriffe zu reparieren. Auch nach dem Namen des Begründers und Kommandanten “Organizzazione Paladino” bekannt, erfasste das Ispettorato Militare del Lavoro einige zentausend Männer und arbeitete eng mit den Deutschen zusammen, bisweilen direkt in ihrem im Dienst.
Organisation Todt
Die Organisation Todt wurde Ende der 30-er Jahre in Deutschland zur Einordnung der Arbeitskraft für den Bau militärischer Einrichtungen geschaffen. Bis zu seinem Tod (1942) vom Begründer Fritz Todt geleitet, wurde die Organisation während des Krieges zur
Ausbeutung der Zwangsarbeit in den von den Deutschen besetzten Gebeieten eingesetzt. In Italien spielte die Organisation Todt eine grundlegende Rolle in der Erbauung der am Appennin entlang führenden Verteidigungslinien und setzte dazu zentausende Männer ein.
Paladino Francesco
Francesco Paladino wurde 1890 in Scilla bei Reggio Calabria geboren und meldete sich 1907 freiwillig bei den Telegrafistentruppen. 1908 zum Unteroffizier ernannt, nahm er mit diesem Dienstgrad am Tripoliskrieg teil. 1914 wurde er zum Leutnant befördert und während des Ersten Weltrkrieges zum Hauptmann. Er blieb in der Armee und wurde 1932 Oberleutnant. 1936 nahm er am Abessinienkrieg teil, im Laufe dessen er zum Oberst ernannt wurde.
Im Rahmen des Zweiten Weltkrieges kämpfte Paladino auf der Griechisch-Italienischen Front. Bei der Rückkehr wurde er dem Bozener Korps zugeteilt. 1942 zum Brigadengeneral befördert, trat er nach dem Waffenstillstand der Italienischen Sozialrepublik (RSI) bei, für die er das Ispettorato Militare del Lavoro schuf.
1945 trat Paladino in den Ruhestand, 1970 verlieh man ihm den Ehrengrad des Divisionsgenerals.
Francesco Paladino starb 1974.
Sauckel Fritz
Fritz Sauckel, geboren 1894, war ein NSDAP-Gauleiter. 1942 wurde er zum Generalbevollmächtigten der Zwangsarbeit in allen deutschen Besetzungsgebieten ernannt. De facto war er also für die Rekrutierung und den Einsatz der Zwangsarbeiter verantwortlich. In Italien versuchte seine Organisation mit spärlichen Erfolg hunderttausende Menschen ins Reich abzuschleppen. Er wurde in Nürnberg vor Gericht gestellt, das Todesurteil wurde 1946 vollzogen.
Speer Albert

Albert Speer, geboren 1905, war ein Architekt, der eine hervorragende persönliche Beziehung zu Hitler hatte. Er war zwar kein glühender Nazi, dennoch war er der Schöpfer der Parteiparaden und genoss dadurch die Achtung und das Vertrauen des Führers. Nach Fritz Todts Tod, wurde er 1942 zum Reichsminister für Bewaffnung und Munition ernannt, der die Organisation Todt unterstand. Er wurde in Nürnberg vor Gericht gestellt und zu zwanzig Jahre Haft verurteilt. Er ist 1981 in London gestorben.

Stalag
Deutsches Kriegsgefangenenlager. Die Lebesbedingungen in den StaLag waren je nach Nationalität der Gefangenen (Alliierte, Sowjetbürger, italienische Militärinternierte usw.) sehr unterschiedlich.
Todt Fritz
Fritz Todt war ein deutscher Ingenieur, der in den 30-er Jahren für die Erbauung des von Hitler gewollten Autobahnsystems verantwortlich war. Am Ende der 30-er gründete er die Organisation Todt mit der Zielsetzung, Zwangsarbeitskraft für den Bau der Verteidigungslinien entlang der Grenze mit Frankreich zu liefern. Während des Krieges leitete seine Organisation den Einsatz der Zwangsarbeit in den Besetzungsgebieten. Er starb 1942 in einem Flugunfall.
Gemeinschaftslager
Die Gemeinschaftslager sowie die Wohnlager waren unbeaufsichtigte Lager für ausländische Arbeiter, während die Arbeitslager unter Aufsicht standen. Zumeist wird nur für letztere der Begriff der Zwangsarbeit verwendet, aber izwischen neigen die Historiker dazu das Bedeutungsfeld entschiedenen zu revidieren und den Begriff auf Arbeitsverhältinsse, die nur förmlich freiwillig aber de facto Zwangarbeit waren, zu erweitern. Die gegenwärtige Historikerdebatte geht in die Richtung den Begriff der Zwangarbeit durch folgende drei Merkmale zu definieren:
- Die rechtliche Unmöglichkeit für den Arbeiter das Arbeitsverhältnis zu beenden
- Die begrenzten Möglichkeiten Einfluss auf die eigenen Arbeitsbedingungen zu nehmen
- Eine hohe Sterberate als Hinweis auf eine überdurschnittliche Arbeitslast gleichzeitiger Unterernährung.
Siehe [https://www.bundesarchiv.de/zwangsarbeit/geschichte/auslaendisch/begriffe/index.html]
AEL Arbeitserziehungslager

Die  Arbeitserziehungslager (AEL) wurden von der Gestapo ab 1940 mit dem Ziel eingerichtet,  Personen “umzuerziehen”, die der Industriesabotage angeklagt, oder aus irgend einem anderen Grund für “arbeitsunwillig” gehalten wurden. In der Tat waren diese Lager auch ein Mittel zur Ausbeutung der Zwangsarbeit. Man hat ausgerechnet, dass in Italien und in den Besetzungsgebieten circa 200 Arbeitserziehungslager in Funktion gewesen sind und dass dort circa 500-tausend Personen gefangen waren. 

Bau-und Arbeits Battallion B.A.B.
Während des Zweiten Weltkrieges bildeten die Deutschen Einheiten Kriegsgefangener, genannt Bau-und Arbeitsbatallion (abgekürzt B.A.B.).
Die B.A.B. bestanden durchschnittlich aus 600 Arbeitsgefangenen. Die Besonderheit dieser Einheiten lag in ihrer Mobilität: Im Gegensatz zu den StaLag Gefangenen waren sie nicht einem spezifischen Ort bestimmt, sondern wurden je nach Bedarf versetzt.
I.G. Farben
Die I.G. (Interessen-Gemeinschaft) Farben wurde 1925 durch die Zusammenlegung verschiedener deutscher Industrien gegründet. Während des Zweiten Weltkrieges war sie der führende Chemie Konzern NS-Deutschlands. Die I.G. Farben ist unter den Betrieben gewesen, die am meisten auf Zwangsarbeit zurückgegriffen haben, insbesondere beim Bau der Anlagen in Auschwitz. Die Führungskräfte der I.G. Farben waren unter den Angeklagten des Nürnberger Prozesses 1947/48. Zu Kriegsende beschlossen die Alliierten den Konzern zu zerstückeln, indem sie die Firmen, aus denen er ursprünglich bestand, neu gründeten.
Kriegsgefangenen Arbeitskommando
Die Arbeitskommandos waren Arbeitslager für Kriegsgefangene der Deutschen. In der Regel bestanden sie aus einigen hundert Gefangenen und befanden sich nahe der Arbeitsstätten (Fabriken, Minen, Landwirtschaft). Die Verwaltung war einem StaLag (Kriegsgefangenenlager) anvertraut. Von einem StaLag konnten bis zu mehrere Hundert Arbeitskommandos abhängen. Die Arbeitskommandos für allieerte Kriegsgefangene wurden regelmäßig von Vertretern des Roten Kreuzes besucht.
Ispettorato Militare del Lavoro (Militärische Behörde zur Arbeitsaufsicht)
Das Ispettorato Militare del Lavoro war eine militärische Behörde zur Arbeitsaufsicht, die 1943 mit dem Zweck gegründet worden ist, Arbeiter für den Bau von Abwehreinrichtungen zum Schutze der Italienischen Sozialrepubblik (RSI) zu rekrutieren und die Schäden der Luftangriffe zu reparieren. Auch nach dem Namen des Begründers und Kommandanten “Organizzazione Paladino” bekannt, erfasste das Ispettorato Militare del Lavoro einige zentausend Männer und arbeitete eng mit den Deutschen zusammen, bisweilen direkt in ihrem im Dienst.
Organisation Todt
Die Organisation Todt wurde Ende der 30-er Jahre in Deutschland zur Einordnung der Arbeitskraft für den Bau militärischer Einrichtungen geschaffen. Bis zu seinem Tod (1942) vom Begründer Fritz Todt geleitet, wurde die Organisation während des Krieges zur
Ausbeutung der Zwangsarbeit in den von den Deutschen besetzten Gebeieten eingesetzt. In Italien spielte die Organisation Todt eine grundlegende Rolle in der Erbauung der am Appennin entlang führenden Verteidigungslinien und setzte dazu zentausende Männer ein.
Paladino Francesco
Francesco Paladino wurde 1890 in Scilla bei Reggio Calabria geboren und meldete sich 1907 freiwillig bei den Telegrafistentruppen. 1908 zum Unteroffizier ernannt, nahm er mit diesem Dienstgrad am Tripoliskrieg teil. 1914 wurde er zum Leutnant befördert und während des Ersten Weltrkrieges zum Hauptmann. Er blieb in der Armee und wurde 1932 Oberleutnant. 1936 nahm er am Abessinienkrieg teil, im Laufe dessen er zum Oberst ernannt wurde.
Im Rahmen des Zweiten Weltkrieges kämpfte Paladino auf der Griechisch-Italienischen Front. Bei der Rückkehr wurde er dem Bozener Korps zugeteilt. 1942 zum Brigadengeneral befördert, trat er nach dem Waffenstillstand der Italienischen Sozialrepublik (RSI) bei, für die er das Ispettorato Militare del Lavoro schuf.
1945 trat Paladino in den Ruhestand, 1970 verlieh man ihm den Ehrengrad des Divisionsgenerals.
Francesco Paladino starb 1974.
Sauckel Fritz
Fritz Sauckel, geboren 1894, war ein NSDAP-Gauleiter. 1942 wurde er zum Generalbevollmächtigten der Zwangsarbeit in allen deutschen Besetzungsgebieten ernannt. De facto war er also für die Rekrutierung und den Einsatz der Zwangsarbeiter verantwortlich. In Italien versuchte seine Organisation mit spärlichen Erfolg hunderttausende Menschen ins Reich abzuschleppen. Er wurde in Nürnberg vor Gericht gestellt, das Todesurteil wurde 1946 vollzogen.
Speer Albert

Albert Speer, geboren 1905, war ein Architekt, der eine hervorragende persönliche Beziehung zu Hitler hatte. Er war zwar kein glühender Nazi, dennoch war er der Schöpfer der Parteiparaden und genoss dadurch die Achtung und das Vertrauen des Führers. Nach Fritz Todts Tod, wurde er 1942 zum Reichsminister für Bewaffnung und Munition ernannt, der die Organisation Todt unterstand. Er wurde in Nürnberg vor Gericht gestellt und zu zwanzig Jahre Haft verurteilt. Er ist 1981 in London gestorben.

Todt Fritz
Fritz Todt war ein deutscher Ingenieur, der in den 30-er Jahren für die Erbauung des von Hitler gewollten Autobahnsystems verantwortlich war. Am Ende der 30-er gründete er die Organisation Todt mit der Zielsetzung, Zwangsarbeitskraft für den Bau der Verteidigungslinien entlang der Grenze mit Frankreich zu liefern. Während des Krieges leitete seine Organisation den Einsatz der Zwangsarbeit in den Besetzungsgebieten. Er starb 1942 in einem Flugunfall.
AEL Arbeitserziehungslager

Die  Arbeitserziehungslager (AEL) wurden von der Gestapo ab 1940 mit dem Ziel eingerichtet,  Personen “umzuerziehen”, die der Industriesabotage angeklagt, oder aus irgend einem anderen Grund für “arbeitsunwillig” gehalten wurden. In der Tat waren diese Lager auch ein Mittel zur Ausbeutung der Zwangsarbeit. Man hat ausgerechnet, dass in Italien und in den Besetzungsgebieten circa 200 Arbeitserziehungslager in Funktion gewesen sind und dass dort circa 500-tausend Personen gefangen waren. 

Bau-und Arbeits Battallion B.A.B.
Während des Zweiten Weltkrieges bildeten die Deutschen Einheiten Kriegsgefangener, genannt Bau-und Arbeitsbatallion (abgekürzt B.A.B.).
Die B.A.B. bestanden durchschnittlich aus 600 Arbeitsgefangenen. Die Besonderheit dieser Einheiten lag in ihrer Mobilität: Im Gegensatz zu den StaLag Gefangenen waren sie nicht einem spezifischen Ort bestimmt, sondern wurden je nach Bedarf versetzt.
I.G. Farben
Die I.G. (Interessen-Gemeinschaft) Farben wurde 1925 durch die Zusammenlegung verschiedener deutscher Industrien gegründet. Während des Zweiten Weltkrieges war sie der führende Chemie Konzern NS-Deutschlands. Die I.G. Farben ist unter den Betrieben gewesen, die am meisten auf Zwangsarbeit zurückgegriffen haben, insbesondere beim Bau der Anlagen in Auschwitz. Die Führungskräfte der I.G. Farben waren unter den Angeklagten des Nürnberger Prozesses 1947/48. Zu Kriegsende beschlossen die Alliierten den Konzern zu zerstückeln, indem sie die Firmen, aus denen er ursprünglich bestand, neu gründeten.
Kriegsgefangenen Arbeitskommando
Die Arbeitskommandos waren Arbeitslager für Kriegsgefangene der Deutschen. In der Regel bestanden sie aus einigen hundert Gefangenen und befanden sich nahe der Arbeitsstätten (Fabriken, Minen, Landwirtschaft). Die Verwaltung war einem StaLag (Kriegsgefangenenlager) anvertraut. Von einem StaLag konnten bis zu mehrere Hundert Arbeitskommandos abhängen. Die Arbeitskommandos für allieerte Kriegsgefangene wurden regelmäßig von Vertretern des Roten Kreuzes besucht.
Ispettorato Militare del Lavoro (Militärische Behörde zur Arbeitsaufsicht)
Das Ispettorato Militare del Lavoro war eine militärische Behörde zur Arbeitsaufsicht, die 1943 mit dem Zweck gegründet worden ist, Arbeiter für den Bau von Abwehreinrichtungen zum Schutze der Italienischen Sozialrepubblik (RSI) zu rekrutieren und die Schäden der Luftangriffe zu reparieren. Auch nach dem Namen des Begründers und Kommandanten “Organizzazione Paladino” bekannt, erfasste das Ispettorato Militare del Lavoro einige zentausend Männer und arbeitete eng mit den Deutschen zusammen, bisweilen direkt in ihrem im Dienst.
Organisation Todt
Die Organisation Todt wurde Ende der 30-er Jahre in Deutschland zur Einordnung der Arbeitskraft für den Bau militärischer Einrichtungen geschaffen. Bis zu seinem Tod (1942) vom Begründer Fritz Todt geleitet, wurde die Organisation während des Krieges zur
Ausbeutung der Zwangsarbeit in den von den Deutschen besetzten Gebeieten eingesetzt. In Italien spielte die Organisation Todt eine grundlegende Rolle in der Erbauung der am Appennin entlang führenden Verteidigungslinien und setzte dazu zentausende Männer ein.
Paladino Francesco
Francesco Paladino wurde 1890 in Scilla bei Reggio Calabria geboren und meldete sich 1907 freiwillig bei den Telegrafistentruppen. 1908 zum Unteroffizier ernannt, nahm er mit diesem Dienstgrad am Tripoliskrieg teil. 1914 wurde er zum Leutnant befördert und während des Ersten Weltrkrieges zum Hauptmann. Er blieb in der Armee und wurde 1932 Oberleutnant. 1936 nahm er am Abessinienkrieg teil, im Laufe dessen er zum Oberst ernannt wurde.
Im Rahmen des Zweiten Weltkrieges kämpfte Paladino auf der Griechisch-Italienischen Front. Bei der Rückkehr wurde er dem Bozener Korps zugeteilt. 1942 zum Brigadengeneral befördert, trat er nach dem Waffenstillstand der Italienischen Sozialrepublik (RSI) bei, für die er das Ispettorato Militare del Lavoro schuf.
1945 trat Paladino in den Ruhestand, 1970 verlieh man ihm den Ehrengrad des Divisionsgenerals.
Francesco Paladino starb 1974.
Sauckel Fritz
Fritz Sauckel, geboren 1894, war ein NSDAP-Gauleiter. 1942 wurde er zum Generalbevollmächtigten der Zwangsarbeit in allen deutschen Besetzungsgebieten ernannt. De facto war er also für die Rekrutierung und den Einsatz der Zwangsarbeiter verantwortlich. In Italien versuchte seine Organisation mit spärlichen Erfolg hunderttausende Menschen ins Reich abzuschleppen. Er wurde in Nürnberg vor Gericht gestellt, das Todesurteil wurde 1946 vollzogen.
Speer Albert

Albert Speer, geboren 1905, war ein Architekt, der eine hervorragende persönliche Beziehung zu Hitler hatte. Er war zwar kein glühender Nazi, dennoch war er der Schöpfer der Parteiparaden und genoss dadurch die Achtung und das Vertrauen des Führers. Nach Fritz Todts Tod, wurde er 1942 zum Reichsminister für Bewaffnung und Munition ernannt, der die Organisation Todt unterstand. Er wurde in Nürnberg vor Gericht gestellt und zu zwanzig Jahre Haft verurteilt. Er ist 1981 in London gestorben.

Todt Fritz
Fritz Todt war ein deutscher Ingenieur, der in den 30-er Jahren für die Erbauung des von Hitler gewollten Autobahnsystems verantwortlich war. Am Ende der 30-er gründete er die Organisation Todt mit der Zielsetzung, Zwangsarbeitskraft für den Bau der Verteidigungslinien entlang der Grenze mit Frankreich zu liefern. Während des Krieges leitete seine Organisation den Einsatz der Zwangsarbeit in den Besetzungsgebieten. Er starb 1942 in einem Flugunfall.