La doppia deportazione

Aus dem Gefängnis in Koper nach Neuengamme zur Zwangsarbeit


Während des Zweiten Weltkriegs war das Gefängnis von Koper eines der wichtigsten Durchgangsorte für politische Häftlinge, die in dem von Italien besetzten Gebiet des ehemaligen Jugoslawiens verhaftet wurden1.

In der Regel wurden die Häftlinge aus Koper dann auf andere Inhaftierungsorte des italienischen Königreichs verteilt, und zwar sowohl in Gefängnisse (wie z.B. in Florenz oder Bologna) als auch in Lager (z.B. Cairo Montenotte). Am 8. September 1943, als Italien den Waffenstillstand mit den Alliierten unterzeichnete, befanden sich allerdings viele Häftlinge, die erst in den vorherigen Monaten verhaftet worden waren, immer noch in Koper. Als die deutschen Truppen in den darauffolgenden Tagen die Kontrolle über die Stadt übernahmen, wurde ein Großteil dieser Häftlinge zur Zwangsarbeit nach Deutschland deportiert, insbesondere in das Konzentrationslager Neuengamme bei Hamburg. 

Verhaftungen und Prozesse
Von dieser doppelten Deportation waren oft junge Menschen betroffen, die von den Italienern im Rahmen von Razzien und Verhaftungsaktionen 1943 festgenommen worden waren. Eine besonders umfangreiche Razzia fand beispielsweise in Sušak im Mai jenes Jahres statt. Laut den Berichten eines Zeitzeugen suchten die italienischen Behörden die Verantwortlichen einer Flugblattaktion in der besetzten Kleinstadt2. Die Befreiungsbewegung in Sušak war in jenen Monaten stärker geworden und die antifaschistische Propagandaaktionen nahmen zu3.

Im Laufe weniger Tage wurden viele Studenten und junge Arbeiter von den Carabinieri oder der Polizei verhaftet; oft wurden sie sogar direkt vom Arbeitsplatz (z.B. Papierfabrik oder Werft), von der Straße oder nachts aus ihren Wohnungen mitgenommen. Einige versuchten vergebens zu fliehen. Ein Zeitzeuge erinnert sich: „Ich hatte von den Massenverhaftungen in Sušak erfahren, und auch davon, dass unter anderem auch meine Freunde verhaftet wurden, also entschied ich aus der Wohnung zu fliehen, aber ich kam nicht einmal bis nach Sv. Ana nahe Sušak, als mich fünf Carabinieri festnahmen.“4

Zunächst wurden die Verhafteten auf der Polizeistelle festgehalten. Den Zeugen zufolge wurden sie meist bereits dort misshandelt und geschlagen. Sie wurden beschuldigt, die Partisanenbewegung zu unterstützen, und harschen Verhören unterzogen, die darauf abzielten, Schuldgeständnisse und weitere Informationen zu erhalten. Ein Zeuge berichtet, dass man ihn verhörte „um zu verstehen, ob er Mitglied der Bewegung sei; in welchem Verhältnis er zu Partisanen stehe; ob er ihnen geholfen habe; mit wem er in Sušak Umgang hatte; ob, wo, wann und mit wem er an „geheimen Treffen“ teilnahm. Er wurde aufgefordert, Partisanen oder auch nur Anhänger der Partisanen, die er in Sušak und Umgebung kannte, anzuzeigen.“5

Nach einigen Wochen wurden die Festgenommenen vor Gericht gestellt. Dabei handelte es sich meist um Prozesse, die Dutzende Angeklagte gleichzeitig betrafen. Einige dieser Prozesse, die im Laufe des Jahres 1943 geführt wurden, waren besonders imposant und trugen erheblich dazu bei, die Zellen des Gefängnisses von Koper zu füllen. Dazu zählt unter anderem das Verfahren gegen 79 Personen – wovon 28 nicht anwesend weil flüchtig –, das ab dem 7. Juli 1943 vor dem Gericht der II Armee in Rijeka geführt wurde. Sie waren alle der „umstürzlerischen Propaganda nach Art. 5 Band 3/X/1941“ angeklagt „weil sie in ihren Heimatorten Sušak , Baška auf der Insel Krk, Skrjljevo, und Svilno vom Ende des Jahres 1942 bis zum Mai 1943 Verherrlichung der Rebellenbanden betrieben haben“ 6. Der Prozess dauerte drei Tage und endete mit Urteilen zwischen einem Jahr und mehr als zehn Jahren. Wie so oft wurden einige der Freigesprochenen aber weiterhin im Gefängnis festgehalten7. Für alle war der erste Bestimmungsort das Gefängnis von Koper.

Im Gefängnis von Koper
Das Gebäude stammte vom Anfang des 19. Jahrhundert. Es war zu Zeiten der K.-u.-K.-Monarchie als Haftanstalt errichtet worden und wurde nach der Übernahme durch das ital. Königreich und später unter dem Faschismus mit derselben Funktion weitergeführt. Während des Zweiten Weltkriegs wurde es zu einer wichtigen Durchgangsstelle zu anderen italienischen Gefängnissen.

Die Nähe des Gefängnisses in Koper zu den besetzten Gebieten ermöglichte es den Häftlingen, den Kontakt zu ihren Familien aufrechtzuerhalten. Solange die Verhafteten noch in den örtlichen Gefängnissen gewesen waren, hatten sich Eltern, Ehegatten und Geschwister bemüht, mehrmals täglich Päckchen und Lebensmittel zu liefern. So gut es ging, versuchten sie diese Unterstützung auch nach der Versetzung nach Koper zu gewährleisten. Solche Anlässe boten – trotz der vielen Schwierigkeiten – die Gelegenheit die allgemeine Verfassung des inhaftierten Verwandten im Blick zu behalten. Die Besuche waren jedoch stark eingeschränkt und fanden unter Aufsicht der Wachen statt, die eine Unterhaltung auf Kroatisch verbieten konnten8.

Eine weitere Kommunikationsform stellten Postkarten dar, die die Häftlinge sporadisch an Freunde und Verwandte schicken durften. Obwohl sie der Zensur unterzogen wurden, ermöglichten sie den Familien, zumindest ansatzweise über die Lebensbedingungen der Inhaftieren auf dem Laufenden gehalten zu werden, sowie über ihre Versetzungen nach Deutschland von wo aus, bis zur letzten Kriegsphase, die Häftlinge es schafften, Nachrichten nach Hause kommen zu lassen.

Von Koper nach Neuengamme

Am 8. September 1943 – an dem Tag, als der Waffenstillstand zwischen Italien und den Alliierten verkündet wurde – waren noch Hunderte von Menschen in den Zellen von Koper eingesperrt. Die darauf folgenden Stunden und Tage waren besonders hektisch und die Berichte der Zeitzeugen stimmen nicht immer überein. Einer Aussage nach wurden am 8. September ca. 80 Inhaftierte nach Florenz verlegt9, während am 9. und 10. September ein Bevölkerungsaufstand dazu führte, dass einige einheimische Häftlinge befreit wurden10.
Die deutschen Streitkräfte erreichten die Stadt genau in jenen Stunden.

Am 13. September wurden ca. 350 Häftlinge aus dem Gefängnis von Koper auf Züge der deutschen Besatzungskräfte geladen und nach Deutschland abtransportiert11. Die Waggons fuhren von Triest ab, wohin die Inhaftierten am 11. September auf dem Seeweg gebracht worden waren12. Die Frauen wurden dagegen erst am 17. September nach Triest gebracht und später entlassen13.

Ein Überlebender erinnert sich mit diesen Worten an den Transport und die Ankunft in Deutschland: „Der Fluchtversuch, bei dem uns die Bewohner Kopers halfen, misslang. So brachten uns die Deutschen zunächst nach Postumia, dann nach Ljubljana und dann über Fürstenberg nach Berlin und von dort aus Richtung Hamburg nach Neuengamme. Während der Fahrt sind wir gequält worden. In Fürstenberg wurden wir beispielsweise gezwungen den ganzen Tag Leibesübungen zu machen“14. Derselbe Zeitzeuge berichtet, dass der Aufenthalt im Kriegsgefangenenlager in Fürstenberg (mit großer Wahrscheinlichkeit handelt es sich dabei um den Stalag III-B) sechs Tage dauerte, bevor sie am endgültigem Zielort, dem Konzentrationslager Neuengamme, ankamen15. Die beim International Tracing Service aufbewahrten Dokumente bestätigen die aus den Zeugenberichten rekonstruierte Strecke, obgleich die Abfahrts- und Ankunftsdaten leicht abweichen. Auf einigen Häftlingskarten steht als Abfahrtsdatum aus Triest der 13. September und als Ankunftsdatum in Neuengamme der 2416. desselben Monats. Andere Häftlinge sind dagegen erst am 27. September in Neuengamme registriert worden17.

Das Hauptlager befand sich am Elbufer, kurz hinter Hamburg. Doch Neuengamme war ein sehr weites und verzweigtes Lagersystem mit sehr vielen Nebenlagern (bis zu 85 gegen Kriegsende), das primär dazu eingerichtet worden war, durch die Zwangsarbeit der Inhaftierten wichtige militär-industrielle Projekte zu unterstützen. Jüngsten Studien zufolge wurden im gesamten Lagersystem Neuengamme ca. 40.000 Zwangsarbeiter eingesetzt, darunter 13.000 Frauen18.

Die jugoslawischen Zivilisten wurden sowohl dem Haupt- als auch verschiedenen Nebenlagern, wie z.B. das bei der Eisenhütte in Drütte oder nach Braunschweig zugeteilt19. Die Arbeits- und Lebensbedingungen waren besonders schwer. Ein Überlebender dieser doppelten Deportation erinnert sich: „In Neuengamme mussten wir Lehm auf Loren laden und sie dann jeweils zu viert schieben. Abends zwischen vier und fünf Uhr mussten wir bei schrecklicher Kälte stillstehen, um abgezählt zu werden. Dabei ging’s nicht nur ums Zählen, sondern darum uns zu quälen. Wir waren nur leicht bekleidet und zitterten am ganzen Leib vor Kälte “20. In den darauffolgenden Monaten wurden die Häftlinge aus Koper weiter verteilt und ihre Schicksale trennten sich. Einige unter ihnen wurden in andere Lager gebracht, andere mussten in Städten wie Hamburg Schutt und Trümmer räumen21.

Die Räumung des Lagers und das Schicksal der Häftlinge

Im April 1945 wurde von oberster Befehlsstelle des Reichs die Räumung sowohl des Haupt- als auch der Nebenlager Neuengammes angeordnet. Zwischen März und Mai nahm die Sterblichkeitsrate stark zu. Die Haftbedingungen hatten sich deutlich verschlechtert und seit Ende 1944 hatten viele Angehörigen keine Postkarten mehr aus Deutschland bekommen. Die Maßnahmen, die zur Schließung des Konzentrationslagers in den ersten Maitagen führten, - d.h. die übereilte Räumung, sowie die Zwangsmärsche, Eisenbahn- und Schifftransporte - verursachten einen exponentiellen Anstieg der Todesfälle22.

Der wahrscheinlich dramatischste Vorfall ereignete sich zwischen Ende April und Anfang Mai, als ca. 9.000 Häftlinge aus dem Hauptlager in die Lübecker Bucht geführt und dort auf drei Schiffe gebracht wurden. Am 3. Mai wurden die Schiffe von der RAF, den britischen Luftstreitkräften, angegriffen woraufhin zwei davon untergingen23. 6.600 Häftlinge kamen dabei ums Leben. Darunter waren nachgewiesenermaßen auch Häftlinge, die ursprünglich aus dem Gefängnis in Koper kamen24.
Es ist nach wie vor schwer zu sagen, wie viele Menschen die doppelte Deportation von Koper nach Neuengamme überlebt haben. Aus den Zeugenberichten, die wenige Monate nach Kriegsende erfasst wurden, ergibt sich ein sehr unscharfes Bild, zumal damals viele Menschen noch als vermisst galten. Einige ehemalige Häftlinge wurden von den Alliierten nach Schweden begleitet, wo sie ärztlich behandelt wurden und von wo aus sie – auch dank dem Roten Kreuz –wieder Kontakt zu ihren Familien aufnehmen konnten25.
Andere wiederum versuchten in das befreite Jugoslawien zurückzukehren, was ihnen nur ab Juni/Juli 1945 auch gelang26. Einige kamen erst Ende August wieder nach Hause27.


Marco Abram (2018)


Anmerkung 1
Đuro Đurasković, Nikola Živković, Jugoslovenski zatočenici u Italiji, Institut za savremenu istoriju, 2001, S.78-79.
Anmerkung 2
Aussage von Albert Valenčić zu Branko Valenčić, Staatsarchiv Rijeka, Rijeka, Okružna komisija za utvrđivanje ratnih zločina – Sušak [Bezirksausschuss zur Ermittlung von Kriegsverbrechen – Sušak], HR-DARI-105, k. 19.
Anmerkung 3
Radule Butorović, Sušak i Rijeka u NOB, Rijeka, 1975, S. 247-251.

Anmerkung 4
Aussage von Dinko Brazzoduro, Staatsarchiv Rijeka, Rijeka, Okružna komisija za utvrđivanje ratnih zločina – Sušak [Bezirksausschuss zur Ermittlung von Kriegsverbrechen – Sušak], HR-DARI-105, k. 14.
Anmerkung 5
Aussage von Ivanka Ježić zu Krunoslav Ježić, Staatsarchiv Rijeka, Rijeka, Okružna komisija za utvrđivanje ratnih zločina – Sušak [Bezirksausschuss zur Ermittlung von Kriegsverbrechen – Sušak], HR-DARI-105, k. 14.
Anmerkung 6
Antrag zur Vorladung vor Gericht, Staatsarchiv Rijeka, Rijeka, Okružna komisija za utvrđivanje ratnih zločina – Sušak [Bezirksausschuss zur Ermittlung von Kriegsverbrechen – Sušak], HR-DARI-105, k. 32.

Anmerkung 7
Wie im Falle Roko (Rocco) Baffo vgl. die Aussage von Sofija Baffo, Staatsarchiv Rijeka, Rijeka, Okružna komisija za utvrđivanje ratnih zločina – Sušak [Bezirksausschuss zur Ermittlung von Kriegsverbrechen – Sušak], HR-DARI-105, k. 14.

Anmerkung 8
Aussage von Marija Kučan zu Anton Kučan, Staatsarchiv Rijeka, Rijeka, Okružna komisija za utvrđivanje ratnih zločina – Sušak [Bezirksausschuss zur Ermittlung von Kriegsverbrechen – Sušak], HR-DARI-105, k. 14.

Anmerkung 9
Aussage von Josip Zambeli zu Emil Lopac, Staatsarchiv Rijeka, Rijeka, Okružna komisija za utvrđivanje ratnih zločina – Sušak [Bezirksausschuss zur Ermittlung von Kriegsverbrechen – Sušak], HR-DARI-105, k. 31. Laut der Aussage von Dinko Brazzoduro zu Ban Kazimir wurde der Transport nach Florenz am Vortag, den 7. September, organisiert, vgl. Staatsarchiv Rijeka, Rijeka, Okružna komisija za utvrđivanje ratnih zločina – Sušak [Bezirksausschuss zur Ermittlung von Kriegsverbrechen – Sušak], HR-DARI-105, k. 19.

Anmerkung 10
Vlasta Beltram, Carceri Koperne [Strafanstalten inKoper], Koper, 2008, S.15.

Anmerkung 11
Aussage von Dinko Brazzoduro zu Pavao Polić, Staatsarchiv Rijeka, Rijeka, Okružna komisija za utvrđivanje ratnih zločina – Sušak [Bezirksausschuss zur Ermittlung von Kriegsverbrechen – Sušak – Sušak], HR-DARI-105, k. 31; Aussage von Josip Zambeli zu Emil Lopac, , Staatsarchiv Rijeka, Rijeka, Okružna komisija za utvrđivanje ratnih zločina – Sušak [Bezirksausschuss zur Ermittlung von Kriegsverbrechen – Sušak], HR-DARI-105, k. 31; Aussage von Lotti Ulčakar zu Gjuro Ulčakar, Staatsarchiv Rijeka, Rijeka, Okružna komisija za utvrđivanje ratnih zločina – Sušak [Bezirksausschuss zur Ermittlung von Kriegsverbrechen – Sušak], HR-DARI-105, k.20.
Anmerkung 12
) Personalakte von Alber Modrčin, Kroatisches Staatsarchiv, Zagreb, "Zemaljska komisija za utvrđivanje zločina okupatora i njihovih pomagača NRH Zagreb" [Natioaler Ausschuss zur Ermittlung der durch die Besatzer und ihre Kollaborateuere begangengen Verbrechen, Volksrepublik Kroatien, Zagreb], HR-HDA-306, k. 644. Aussage von Marija Stipančić zu Stjepan Galetović, Staatsarchiv Rijeka, Rijeka, Okružna komisija za utvrđivanje ratnih zločina – Sušak [Bezirksausschuss zur Ermittlung von Kriegsverbrechen – Sušak], HR-DARI-105, k.14.

Anmerkung 13

Vlasta Beltram, Carceri Koperne [Strafanstalten inKoper], Koper, 2008, S.15.



Anmerkung 14
Aussage von Dinko Brazzoduro zu Pavao Polić, Staatsarchiv Rijeka, Rijeka, Okružna komisija za utvrđivanje ratnih zločina – Sušak [Bezirksausschuss zur Ermittlung von Kriegsverbrechen – Sušak], HR-DARI-105, k.31.
Anmerkung 15
Aussage von Dinko Brazzoduro zu Ćedomir Vranić, Staatsarchiv Rijeka, Rijeka, Okružna komisija za utvrđivanje ratnih zločina – Sušak [Bezirksausschuss zur Ermittlung von Kriegsverbrechen – Sušak], HR-DARI-105, k.32.
Anmerkung 16
International Tracing Service ITS, Bad Arolsen, DE ITS 1.1.30.0 Archivnummer: 82138898; DE ITS 1.1.30.0 Archivnummer: 82138886
Anmerkung 17
International Tracing Service ITS, Bad Arolsen, DE ITS1.30.2 Archivnummer: 3458690; DE ITS 1.1.30.2 Archivnummer: 3427490.  
Anmerkung 18

Marc Buggeln, Slave Labor in Nazi Concentration Camps, Oxford University Press, Oxford, 2014, S.1-2.


Anmerkung 19
Personalakte von Božo Modrčin, Kroatisches Staatsarchiv, Zagreb, "Zemaljska komisija za utvrđivanje zločina okupatora i njihovih pomagača NRH Zagreb" [Natioaler Ausschuss zur Ermittlung der durch die Besatzer und ihre Kollaborateuere begangengen Verbrechen, Volksrepublik Kroatien, Zagreb], HR-HDA-306, k. 644. Aussage von Marija Stipančić zu Stjepan Galetović, Staatsarchiv Rijeka, Rijeka, Okružna komisija za utvrđivanje ratnih zločina – Sušak [Bezirksausschuss zur Ermittlung von Kriegsverbrechen – Sušak], HR-DARI-105, k. 20.
Anmerkung 20
Aussage von Dinko Brazzoduro zu Pavao Polić, Staatsarchiv Rijeka, Rijeka, Okružna komisija za utvrđivanje ratnih zločina – Sušak [Bezirksausschuss zur Ermittlung von Kriegsverbrechen – Sušak], HR-DARI-105, k. 31.
Anmerkung 21
Aussage von Dinko Brazzoduro zu Emil Lopac, Staatsarchiv Rijeka, Rijeka, Okružna komisija za utvrđivanje ratnih zločina – Sušak [Bezirksausschuss zur Ermittlung von Kriegsverbrechen – Sušak], HR-DARI-105, k. 31; International Tracing Service ITS, Bad Arolsen, DE ITS 1.1.30.0 Archivnummer:
Anmerkung 22

Marc Buggeln, Slave Labor in Nazi Concentration Camps, Oxford University Press, Oxford, 2014, S. 266-276.


Anmerkung 23

Marc Buggeln, Slave Labor in Nazi Concentration Camps, Oxford University Press, Oxford, 2014, S. 275.

Anmerkung 24
Personalakten von Virgilio Marohnić und Alber Modrčin, Kroatisches Staatsarchiv, Zagreb, "Zemaljska komisija za utvrđivanje zločina okupatora i njihovih pomagača NRH Zagreb" [Natioaler Ausschuss zur Ermittlung der durch die Besatzer und ihre Kollaborateuere begangengen Verbrechen, Volksrepublik Kroatien, Zagreb], HR-HDA-306, k. 644; International Tracing Service ITS, Bad Arolsen, DE ITS 5.3.2 Archivnummer 84604923; 5.3.2 Archivnummer 84611006. Einige wenige überlebten dem Schiffbruch, wie z.B. Joakim Čargonja, vgl. International Tracing Service ITS, Bad Arolsen, DE ITS 1.30.0 Archivnummer: 82138885.
Anmerkung 25
Aussage von Lotti Ulčakar zu Gjuro Ulčakar, Staatsarchiv Rijeka, Rijeka, Okružna komisija za utvrđivanje ratnih zločina – Sušak [Bezirksausschuss zur Ermittlung von Kriegsverbrechen – Sušak], HR-DARI-105, k.20. Scehda Fabijan Frgačić, Archivio di Stato croato, Zagabria, "Zemaljska komisija za utvrđivanje zločina okupatora i njihovih pomagača NRH Zagreb" [Natioaler Ausschuss zur Ermittlung der durch die Besatzer und ihre Kollaborateuere begangengen Verbrechen, Volksrepublik Kroatien, Zagreb], HR-HDA-306, k. 644.

Anmerkung 26
Aussage von Dinko Brazzoduro, Staatsarchiv Rijeka, Rijeka, Okružna komisija za utvrđivanje ratnih zločina – Sušak [Bezirksausschuss zur Ermittlung von Kriegsverbrechen – Sušak], HR-DARI-105, k. 14.
Anmerkung 27
International Tracing Service ITS, Bad Arolsen, DE ITS 3.1.1.1 Archivnummer: 69563622

AEL Arbeitserziehungslager

Die  Arbeitserziehungslager (AEL) wurden von der Gestapo ab 1940 mit dem Ziel eingerichtet,  Personen “umzuerziehen”, die der Industriesabotage angeklagt, oder aus irgend einem anderen Grund für “arbeitsunwillig” gehalten wurden. In der Tat waren diese Lager auch ein Mittel zur Ausbeutung der Zwangsarbeit. Man hat ausgerechnet, dass in Italien und in den Besetzungsgebieten circa 200 Arbeitserziehungslager in Funktion gewesen sind und dass dort circa 500-tausend Personen gefangen waren. 

Bau-und Arbeits Battallion B.A.B.
Während des Zweiten Weltkrieges bildeten die Deutschen Einheiten Kriegsgefangener, genannt Bau-und Arbeitsbatallion (abgekürzt B.A.B.).
Die B.A.B. bestanden durchschnittlich aus 600 Arbeitsgefangenen. Die Besonderheit dieser Einheiten lag in ihrer Mobilität: Im Gegensatz zu den StaLag Gefangenen waren sie nicht einem spezifischen Ort bestimmt, sondern wurden je nach Bedarf versetzt.
I.G. Farben
Die I.G. (Interessen-Gemeinschaft) Farben wurde 1925 durch die Zusammenlegung verschiedener deutscher Industrien gegründet. Während des Zweiten Weltkrieges war sie der führende Chemie Konzern NS-Deutschlands. Die I.G. Farben ist unter den Betrieben gewesen, die am meisten auf Zwangsarbeit zurückgegriffen haben, insbesondere beim Bau der Anlagen in Auschwitz. Die Führungskräfte der I.G. Farben waren unter den Angeklagten des Nürnberger Prozesses 1947/48. Zu Kriegsende beschlossen die Alliierten den Konzern zu zerstückeln, indem sie die Firmen, aus denen er ursprünglich bestand, neu gründeten.
Kriegsgefangenen Arbeitskommando
Die Arbeitskommandos waren Arbeitslager für Kriegsgefangene der Deutschen. In der Regel bestanden sie aus einigen hundert Gefangenen und befanden sich nahe der Arbeitsstätten (Fabriken, Minen, Landwirtschaft). Die Verwaltung war einem StaLag (Kriegsgefangenenlager) anvertraut. Von einem StaLag konnten bis zu mehrere Hundert Arbeitskommandos abhängen. Die Arbeitskommandos für allieerte Kriegsgefangene wurden regelmäßig von Vertretern des Roten Kreuzes besucht.
Ispettorato Militare del Lavoro (Militärische Behörde zur Arbeitsaufsicht)
Das Ispettorato Militare del Lavoro war eine militärische Behörde zur Arbeitsaufsicht, die 1943 mit dem Zweck gegründet worden ist, Arbeiter für den Bau von Abwehreinrichtungen zum Schutze der Italienischen Sozialrepubblik (RSI) zu rekrutieren und die Schäden der Luftangriffe zu reparieren. Auch nach dem Namen des Begründers und Kommandanten “Organizzazione Paladino” bekannt, erfasste das Ispettorato Militare del Lavoro einige zentausend Männer und arbeitete eng mit den Deutschen zusammen, bisweilen direkt in ihrem im Dienst.
Organisation Todt
Die Organisation Todt wurde Ende der 30-er Jahre in Deutschland zur Einordnung der Arbeitskraft für den Bau militärischer Einrichtungen geschaffen. Bis zu seinem Tod (1942) vom Begründer Fritz Todt geleitet, wurde die Organisation während des Krieges zur
Ausbeutung der Zwangsarbeit in den von den Deutschen besetzten Gebeieten eingesetzt. In Italien spielte die Organisation Todt eine grundlegende Rolle in der Erbauung der am Appennin entlang führenden Verteidigungslinien und setzte dazu zentausende Männer ein.
Paladino Francesco
Francesco Paladino wurde 1890 in Scilla bei Reggio Calabria geboren und meldete sich 1907 freiwillig bei den Telegrafistentruppen. 1908 zum Unteroffizier ernannt, nahm er mit diesem Dienstgrad am Tripoliskrieg teil. 1914 wurde er zum Leutnant befördert und während des Ersten Weltrkrieges zum Hauptmann. Er blieb in der Armee und wurde 1932 Oberleutnant. 1936 nahm er am Abessinienkrieg teil, im Laufe dessen er zum Oberst ernannt wurde.
Im Rahmen des Zweiten Weltkrieges kämpfte Paladino auf der Griechisch-Italienischen Front. Bei der Rückkehr wurde er dem Bozener Korps zugeteilt. 1942 zum Brigadengeneral befördert, trat er nach dem Waffenstillstand der Italienischen Sozialrepublik (RSI) bei, für die er das Ispettorato Militare del Lavoro schuf.
1945 trat Paladino in den Ruhestand, 1970 verlieh man ihm den Ehrengrad des Divisionsgenerals.
Francesco Paladino starb 1974.
Sauckel Fritz
Fritz Sauckel, geboren 1894, war ein NSDAP-Gauleiter. 1942 wurde er zum Generalbevollmächtigten der Zwangsarbeit in allen deutschen Besetzungsgebieten ernannt. De facto war er also für die Rekrutierung und den Einsatz der Zwangsarbeiter verantwortlich. In Italien versuchte seine Organisation mit spärlichen Erfolg hunderttausende Menschen ins Reich abzuschleppen. Er wurde in Nürnberg vor Gericht gestellt, das Todesurteil wurde 1946 vollzogen.
Speer Albert

Albert Speer, geboren 1905, war ein Architekt, der eine hervorragende persönliche Beziehung zu Hitler hatte. Er war zwar kein glühender Nazi, dennoch war er der Schöpfer der Parteiparaden und genoss dadurch die Achtung und das Vertrauen des Führers. Nach Fritz Todts Tod, wurde er 1942 zum Reichsminister für Bewaffnung und Munition ernannt, der die Organisation Todt unterstand. Er wurde in Nürnberg vor Gericht gestellt und zu zwanzig Jahre Haft verurteilt. Er ist 1981 in London gestorben.

Stalag
Deutsches Kriegsgefangenenlager. Die Lebesbedingungen in den StaLag waren je nach Nationalität der Gefangenen (Alliierte, Sowjetbürger, italienische Militärinternierte usw.) sehr unterschiedlich.
Todt Fritz
Fritz Todt war ein deutscher Ingenieur, der in den 30-er Jahren für die Erbauung des von Hitler gewollten Autobahnsystems verantwortlich war. Am Ende der 30-er gründete er die Organisation Todt mit der Zielsetzung, Zwangsarbeitskraft für den Bau der Verteidigungslinien entlang der Grenze mit Frankreich zu liefern. Während des Krieges leitete seine Organisation den Einsatz der Zwangsarbeit in den Besetzungsgebieten. Er starb 1942 in einem Flugunfall.
Gemeinschaftslager
Die Gemeinschaftslager sowie die Wohnlager waren unbeaufsichtigte Lager für ausländische Arbeiter, während die Arbeitslager unter Aufsicht standen. Zumeist wird nur für letztere der Begriff der Zwangsarbeit verwendet, aber izwischen neigen die Historiker dazu das Bedeutungsfeld entschiedenen zu revidieren und den Begriff auf Arbeitsverhältinsse, die nur förmlich freiwillig aber de facto Zwangarbeit waren, zu erweitern. Die gegenwärtige Historikerdebatte geht in die Richtung den Begriff der Zwangarbeit durch folgende drei Merkmale zu definieren:
- Die rechtliche Unmöglichkeit für den Arbeiter das Arbeitsverhältnis zu beenden
- Die begrenzten Möglichkeiten Einfluss auf die eigenen Arbeitsbedingungen zu nehmen
- Eine hohe Sterberate als Hinweis auf eine überdurschnittliche Arbeitslast gleichzeitiger Unterernährung.
Siehe [https://www.bundesarchiv.de/zwangsarbeit/geschichte/auslaendisch/begriffe/index.html]
AEL Arbeitserziehungslager

Die  Arbeitserziehungslager (AEL) wurden von der Gestapo ab 1940 mit dem Ziel eingerichtet,  Personen “umzuerziehen”, die der Industriesabotage angeklagt, oder aus irgend einem anderen Grund für “arbeitsunwillig” gehalten wurden. In der Tat waren diese Lager auch ein Mittel zur Ausbeutung der Zwangsarbeit. Man hat ausgerechnet, dass in Italien und in den Besetzungsgebieten circa 200 Arbeitserziehungslager in Funktion gewesen sind und dass dort circa 500-tausend Personen gefangen waren. 

Bau-und Arbeits Battallion B.A.B.
Während des Zweiten Weltkrieges bildeten die Deutschen Einheiten Kriegsgefangener, genannt Bau-und Arbeitsbatallion (abgekürzt B.A.B.).
Die B.A.B. bestanden durchschnittlich aus 600 Arbeitsgefangenen. Die Besonderheit dieser Einheiten lag in ihrer Mobilität: Im Gegensatz zu den StaLag Gefangenen waren sie nicht einem spezifischen Ort bestimmt, sondern wurden je nach Bedarf versetzt.
I.G. Farben
Die I.G. (Interessen-Gemeinschaft) Farben wurde 1925 durch die Zusammenlegung verschiedener deutscher Industrien gegründet. Während des Zweiten Weltkrieges war sie der führende Chemie Konzern NS-Deutschlands. Die I.G. Farben ist unter den Betrieben gewesen, die am meisten auf Zwangsarbeit zurückgegriffen haben, insbesondere beim Bau der Anlagen in Auschwitz. Die Führungskräfte der I.G. Farben waren unter den Angeklagten des Nürnberger Prozesses 1947/48. Zu Kriegsende beschlossen die Alliierten den Konzern zu zerstückeln, indem sie die Firmen, aus denen er ursprünglich bestand, neu gründeten.
Kriegsgefangenen Arbeitskommando
Die Arbeitskommandos waren Arbeitslager für Kriegsgefangene der Deutschen. In der Regel bestanden sie aus einigen hundert Gefangenen und befanden sich nahe der Arbeitsstätten (Fabriken, Minen, Landwirtschaft). Die Verwaltung war einem StaLag (Kriegsgefangenenlager) anvertraut. Von einem StaLag konnten bis zu mehrere Hundert Arbeitskommandos abhängen. Die Arbeitskommandos für allieerte Kriegsgefangene wurden regelmäßig von Vertretern des Roten Kreuzes besucht.
Ispettorato Militare del Lavoro (Militärische Behörde zur Arbeitsaufsicht)
Das Ispettorato Militare del Lavoro war eine militärische Behörde zur Arbeitsaufsicht, die 1943 mit dem Zweck gegründet worden ist, Arbeiter für den Bau von Abwehreinrichtungen zum Schutze der Italienischen Sozialrepubblik (RSI) zu rekrutieren und die Schäden der Luftangriffe zu reparieren. Auch nach dem Namen des Begründers und Kommandanten “Organizzazione Paladino” bekannt, erfasste das Ispettorato Militare del Lavoro einige zentausend Männer und arbeitete eng mit den Deutschen zusammen, bisweilen direkt in ihrem im Dienst.
Organisation Todt
Die Organisation Todt wurde Ende der 30-er Jahre in Deutschland zur Einordnung der Arbeitskraft für den Bau militärischer Einrichtungen geschaffen. Bis zu seinem Tod (1942) vom Begründer Fritz Todt geleitet, wurde die Organisation während des Krieges zur
Ausbeutung der Zwangsarbeit in den von den Deutschen besetzten Gebeieten eingesetzt. In Italien spielte die Organisation Todt eine grundlegende Rolle in der Erbauung der am Appennin entlang führenden Verteidigungslinien und setzte dazu zentausende Männer ein.
Paladino Francesco
Francesco Paladino wurde 1890 in Scilla bei Reggio Calabria geboren und meldete sich 1907 freiwillig bei den Telegrafistentruppen. 1908 zum Unteroffizier ernannt, nahm er mit diesem Dienstgrad am Tripoliskrieg teil. 1914 wurde er zum Leutnant befördert und während des Ersten Weltrkrieges zum Hauptmann. Er blieb in der Armee und wurde 1932 Oberleutnant. 1936 nahm er am Abessinienkrieg teil, im Laufe dessen er zum Oberst ernannt wurde.
Im Rahmen des Zweiten Weltkrieges kämpfte Paladino auf der Griechisch-Italienischen Front. Bei der Rückkehr wurde er dem Bozener Korps zugeteilt. 1942 zum Brigadengeneral befördert, trat er nach dem Waffenstillstand der Italienischen Sozialrepublik (RSI) bei, für die er das Ispettorato Militare del Lavoro schuf.
1945 trat Paladino in den Ruhestand, 1970 verlieh man ihm den Ehrengrad des Divisionsgenerals.
Francesco Paladino starb 1974.
Sauckel Fritz
Fritz Sauckel, geboren 1894, war ein NSDAP-Gauleiter. 1942 wurde er zum Generalbevollmächtigten der Zwangsarbeit in allen deutschen Besetzungsgebieten ernannt. De facto war er also für die Rekrutierung und den Einsatz der Zwangsarbeiter verantwortlich. In Italien versuchte seine Organisation mit spärlichen Erfolg hunderttausende Menschen ins Reich abzuschleppen. Er wurde in Nürnberg vor Gericht gestellt, das Todesurteil wurde 1946 vollzogen.
Speer Albert

Albert Speer, geboren 1905, war ein Architekt, der eine hervorragende persönliche Beziehung zu Hitler hatte. Er war zwar kein glühender Nazi, dennoch war er der Schöpfer der Parteiparaden und genoss dadurch die Achtung und das Vertrauen des Führers. Nach Fritz Todts Tod, wurde er 1942 zum Reichsminister für Bewaffnung und Munition ernannt, der die Organisation Todt unterstand. Er wurde in Nürnberg vor Gericht gestellt und zu zwanzig Jahre Haft verurteilt. Er ist 1981 in London gestorben.

Stalag
Deutsches Kriegsgefangenenlager. Die Lebesbedingungen in den StaLag waren je nach Nationalität der Gefangenen (Alliierte, Sowjetbürger, italienische Militärinternierte usw.) sehr unterschiedlich.
Todt Fritz
Fritz Todt war ein deutscher Ingenieur, der in den 30-er Jahren für die Erbauung des von Hitler gewollten Autobahnsystems verantwortlich war. Am Ende der 30-er gründete er die Organisation Todt mit der Zielsetzung, Zwangsarbeitskraft für den Bau der Verteidigungslinien entlang der Grenze mit Frankreich zu liefern. Während des Krieges leitete seine Organisation den Einsatz der Zwangsarbeit in den Besetzungsgebieten. Er starb 1942 in einem Flugunfall.
Gemeinschaftslager
Die Gemeinschaftslager sowie die Wohnlager waren unbeaufsichtigte Lager für ausländische Arbeiter, während die Arbeitslager unter Aufsicht standen. Zumeist wird nur für letztere der Begriff der Zwangsarbeit verwendet, aber izwischen neigen die Historiker dazu das Bedeutungsfeld entschiedenen zu revidieren und den Begriff auf Arbeitsverhältinsse, die nur förmlich freiwillig aber de facto Zwangarbeit waren, zu erweitern. Die gegenwärtige Historikerdebatte geht in die Richtung den Begriff der Zwangarbeit durch folgende drei Merkmale zu definieren:
- Die rechtliche Unmöglichkeit für den Arbeiter das Arbeitsverhältnis zu beenden
- Die begrenzten Möglichkeiten Einfluss auf die eigenen Arbeitsbedingungen zu nehmen
- Eine hohe Sterberate als Hinweis auf eine überdurschnittliche Arbeitslast gleichzeitiger Unterernährung.
Siehe [https://www.bundesarchiv.de/zwangsarbeit/geschichte/auslaendisch/begriffe/index.html]
AEL Arbeitserziehungslager

Die  Arbeitserziehungslager (AEL) wurden von der Gestapo ab 1940 mit dem Ziel eingerichtet,  Personen “umzuerziehen”, die der Industriesabotage angeklagt, oder aus irgend einem anderen Grund für “arbeitsunwillig” gehalten wurden. In der Tat waren diese Lager auch ein Mittel zur Ausbeutung der Zwangsarbeit. Man hat ausgerechnet, dass in Italien und in den Besetzungsgebieten circa 200 Arbeitserziehungslager in Funktion gewesen sind und dass dort circa 500-tausend Personen gefangen waren. 

Bau-und Arbeits Battallion B.A.B.
Während des Zweiten Weltkrieges bildeten die Deutschen Einheiten Kriegsgefangener, genannt Bau-und Arbeitsbatallion (abgekürzt B.A.B.).
Die B.A.B. bestanden durchschnittlich aus 600 Arbeitsgefangenen. Die Besonderheit dieser Einheiten lag in ihrer Mobilität: Im Gegensatz zu den StaLag Gefangenen waren sie nicht einem spezifischen Ort bestimmt, sondern wurden je nach Bedarf versetzt.
I.G. Farben
Die I.G. (Interessen-Gemeinschaft) Farben wurde 1925 durch die Zusammenlegung verschiedener deutscher Industrien gegründet. Während des Zweiten Weltkrieges war sie der führende Chemie Konzern NS-Deutschlands. Die I.G. Farben ist unter den Betrieben gewesen, die am meisten auf Zwangsarbeit zurückgegriffen haben, insbesondere beim Bau der Anlagen in Auschwitz. Die Führungskräfte der I.G. Farben waren unter den Angeklagten des Nürnberger Prozesses 1947/48. Zu Kriegsende beschlossen die Alliierten den Konzern zu zerstückeln, indem sie die Firmen, aus denen er ursprünglich bestand, neu gründeten.
Kriegsgefangenen Arbeitskommando
Die Arbeitskommandos waren Arbeitslager für Kriegsgefangene der Deutschen. In der Regel bestanden sie aus einigen hundert Gefangenen und befanden sich nahe der Arbeitsstätten (Fabriken, Minen, Landwirtschaft). Die Verwaltung war einem StaLag (Kriegsgefangenenlager) anvertraut. Von einem StaLag konnten bis zu mehrere Hundert Arbeitskommandos abhängen. Die Arbeitskommandos für allieerte Kriegsgefangene wurden regelmäßig von Vertretern des Roten Kreuzes besucht.
Ispettorato Militare del Lavoro (Militärische Behörde zur Arbeitsaufsicht)
Das Ispettorato Militare del Lavoro war eine militärische Behörde zur Arbeitsaufsicht, die 1943 mit dem Zweck gegründet worden ist, Arbeiter für den Bau von Abwehreinrichtungen zum Schutze der Italienischen Sozialrepubblik (RSI) zu rekrutieren und die Schäden der Luftangriffe zu reparieren. Auch nach dem Namen des Begründers und Kommandanten “Organizzazione Paladino” bekannt, erfasste das Ispettorato Militare del Lavoro einige zentausend Männer und arbeitete eng mit den Deutschen zusammen, bisweilen direkt in ihrem im Dienst.
Organisation Todt
Die Organisation Todt wurde Ende der 30-er Jahre in Deutschland zur Einordnung der Arbeitskraft für den Bau militärischer Einrichtungen geschaffen. Bis zu seinem Tod (1942) vom Begründer Fritz Todt geleitet, wurde die Organisation während des Krieges zur
Ausbeutung der Zwangsarbeit in den von den Deutschen besetzten Gebeieten eingesetzt. In Italien spielte die Organisation Todt eine grundlegende Rolle in der Erbauung der am Appennin entlang führenden Verteidigungslinien und setzte dazu zentausende Männer ein.
Paladino Francesco
Francesco Paladino wurde 1890 in Scilla bei Reggio Calabria geboren und meldete sich 1907 freiwillig bei den Telegrafistentruppen. 1908 zum Unteroffizier ernannt, nahm er mit diesem Dienstgrad am Tripoliskrieg teil. 1914 wurde er zum Leutnant befördert und während des Ersten Weltrkrieges zum Hauptmann. Er blieb in der Armee und wurde 1932 Oberleutnant. 1936 nahm er am Abessinienkrieg teil, im Laufe dessen er zum Oberst ernannt wurde.
Im Rahmen des Zweiten Weltkrieges kämpfte Paladino auf der Griechisch-Italienischen Front. Bei der Rückkehr wurde er dem Bozener Korps zugeteilt. 1942 zum Brigadengeneral befördert, trat er nach dem Waffenstillstand der Italienischen Sozialrepublik (RSI) bei, für die er das Ispettorato Militare del Lavoro schuf.
1945 trat Paladino in den Ruhestand, 1970 verlieh man ihm den Ehrengrad des Divisionsgenerals.
Francesco Paladino starb 1974.
Sauckel Fritz
Fritz Sauckel, geboren 1894, war ein NSDAP-Gauleiter. 1942 wurde er zum Generalbevollmächtigten der Zwangsarbeit in allen deutschen Besetzungsgebieten ernannt. De facto war er also für die Rekrutierung und den Einsatz der Zwangsarbeiter verantwortlich. In Italien versuchte seine Organisation mit spärlichen Erfolg hunderttausende Menschen ins Reich abzuschleppen. Er wurde in Nürnberg vor Gericht gestellt, das Todesurteil wurde 1946 vollzogen.
Speer Albert

Albert Speer, geboren 1905, war ein Architekt, der eine hervorragende persönliche Beziehung zu Hitler hatte. Er war zwar kein glühender Nazi, dennoch war er der Schöpfer der Parteiparaden und genoss dadurch die Achtung und das Vertrauen des Führers. Nach Fritz Todts Tod, wurde er 1942 zum Reichsminister für Bewaffnung und Munition ernannt, der die Organisation Todt unterstand. Er wurde in Nürnberg vor Gericht gestellt und zu zwanzig Jahre Haft verurteilt. Er ist 1981 in London gestorben.

Todt Fritz
Fritz Todt war ein deutscher Ingenieur, der in den 30-er Jahren für die Erbauung des von Hitler gewollten Autobahnsystems verantwortlich war. Am Ende der 30-er gründete er die Organisation Todt mit der Zielsetzung, Zwangsarbeitskraft für den Bau der Verteidigungslinien entlang der Grenze mit Frankreich zu liefern. Während des Krieges leitete seine Organisation den Einsatz der Zwangsarbeit in den Besetzungsgebieten. Er starb 1942 in einem Flugunfall.
AEL Arbeitserziehungslager

Die  Arbeitserziehungslager (AEL) wurden von der Gestapo ab 1940 mit dem Ziel eingerichtet,  Personen “umzuerziehen”, die der Industriesabotage angeklagt, oder aus irgend einem anderen Grund für “arbeitsunwillig” gehalten wurden. In der Tat waren diese Lager auch ein Mittel zur Ausbeutung der Zwangsarbeit. Man hat ausgerechnet, dass in Italien und in den Besetzungsgebieten circa 200 Arbeitserziehungslager in Funktion gewesen sind und dass dort circa 500-tausend Personen gefangen waren. 

Bau-und Arbeits Battallion B.A.B.
Während des Zweiten Weltkrieges bildeten die Deutschen Einheiten Kriegsgefangener, genannt Bau-und Arbeitsbatallion (abgekürzt B.A.B.).
Die B.A.B. bestanden durchschnittlich aus 600 Arbeitsgefangenen. Die Besonderheit dieser Einheiten lag in ihrer Mobilität: Im Gegensatz zu den StaLag Gefangenen waren sie nicht einem spezifischen Ort bestimmt, sondern wurden je nach Bedarf versetzt.
I.G. Farben
Die I.G. (Interessen-Gemeinschaft) Farben wurde 1925 durch die Zusammenlegung verschiedener deutscher Industrien gegründet. Während des Zweiten Weltkrieges war sie der führende Chemie Konzern NS-Deutschlands. Die I.G. Farben ist unter den Betrieben gewesen, die am meisten auf Zwangsarbeit zurückgegriffen haben, insbesondere beim Bau der Anlagen in Auschwitz. Die Führungskräfte der I.G. Farben waren unter den Angeklagten des Nürnberger Prozesses 1947/48. Zu Kriegsende beschlossen die Alliierten den Konzern zu zerstückeln, indem sie die Firmen, aus denen er ursprünglich bestand, neu gründeten.
Kriegsgefangenen Arbeitskommando
Die Arbeitskommandos waren Arbeitslager für Kriegsgefangene der Deutschen. In der Regel bestanden sie aus einigen hundert Gefangenen und befanden sich nahe der Arbeitsstätten (Fabriken, Minen, Landwirtschaft). Die Verwaltung war einem StaLag (Kriegsgefangenenlager) anvertraut. Von einem StaLag konnten bis zu mehrere Hundert Arbeitskommandos abhängen. Die Arbeitskommandos für allieerte Kriegsgefangene wurden regelmäßig von Vertretern des Roten Kreuzes besucht.
Ispettorato Militare del Lavoro (Militärische Behörde zur Arbeitsaufsicht)
Das Ispettorato Militare del Lavoro war eine militärische Behörde zur Arbeitsaufsicht, die 1943 mit dem Zweck gegründet worden ist, Arbeiter für den Bau von Abwehreinrichtungen zum Schutze der Italienischen Sozialrepubblik (RSI) zu rekrutieren und die Schäden der Luftangriffe zu reparieren. Auch nach dem Namen des Begründers und Kommandanten “Organizzazione Paladino” bekannt, erfasste das Ispettorato Militare del Lavoro einige zentausend Männer und arbeitete eng mit den Deutschen zusammen, bisweilen direkt in ihrem im Dienst.
Organisation Todt
Die Organisation Todt wurde Ende der 30-er Jahre in Deutschland zur Einordnung der Arbeitskraft für den Bau militärischer Einrichtungen geschaffen. Bis zu seinem Tod (1942) vom Begründer Fritz Todt geleitet, wurde die Organisation während des Krieges zur
Ausbeutung der Zwangsarbeit in den von den Deutschen besetzten Gebeieten eingesetzt. In Italien spielte die Organisation Todt eine grundlegende Rolle in der Erbauung der am Appennin entlang führenden Verteidigungslinien und setzte dazu zentausende Männer ein.
Paladino Francesco
Francesco Paladino wurde 1890 in Scilla bei Reggio Calabria geboren und meldete sich 1907 freiwillig bei den Telegrafistentruppen. 1908 zum Unteroffizier ernannt, nahm er mit diesem Dienstgrad am Tripoliskrieg teil. 1914 wurde er zum Leutnant befördert und während des Ersten Weltrkrieges zum Hauptmann. Er blieb in der Armee und wurde 1932 Oberleutnant. 1936 nahm er am Abessinienkrieg teil, im Laufe dessen er zum Oberst ernannt wurde.
Im Rahmen des Zweiten Weltkrieges kämpfte Paladino auf der Griechisch-Italienischen Front. Bei der Rückkehr wurde er dem Bozener Korps zugeteilt. 1942 zum Brigadengeneral befördert, trat er nach dem Waffenstillstand der Italienischen Sozialrepublik (RSI) bei, für die er das Ispettorato Militare del Lavoro schuf.
1945 trat Paladino in den Ruhestand, 1970 verlieh man ihm den Ehrengrad des Divisionsgenerals.
Francesco Paladino starb 1974.
Sauckel Fritz
Fritz Sauckel, geboren 1894, war ein NSDAP-Gauleiter. 1942 wurde er zum Generalbevollmächtigten der Zwangsarbeit in allen deutschen Besetzungsgebieten ernannt. De facto war er also für die Rekrutierung und den Einsatz der Zwangsarbeiter verantwortlich. In Italien versuchte seine Organisation mit spärlichen Erfolg hunderttausende Menschen ins Reich abzuschleppen. Er wurde in Nürnberg vor Gericht gestellt, das Todesurteil wurde 1946 vollzogen.
Speer Albert

Albert Speer, geboren 1905, war ein Architekt, der eine hervorragende persönliche Beziehung zu Hitler hatte. Er war zwar kein glühender Nazi, dennoch war er der Schöpfer der Parteiparaden und genoss dadurch die Achtung und das Vertrauen des Führers. Nach Fritz Todts Tod, wurde er 1942 zum Reichsminister für Bewaffnung und Munition ernannt, der die Organisation Todt unterstand. Er wurde in Nürnberg vor Gericht gestellt und zu zwanzig Jahre Haft verurteilt. Er ist 1981 in London gestorben.

Todt Fritz
Fritz Todt war ein deutscher Ingenieur, der in den 30-er Jahren für die Erbauung des von Hitler gewollten Autobahnsystems verantwortlich war. Am Ende der 30-er gründete er die Organisation Todt mit der Zielsetzung, Zwangsarbeitskraft für den Bau der Verteidigungslinien entlang der Grenze mit Frankreich zu liefern. Während des Krieges leitete seine Organisation den Einsatz der Zwangsarbeit in den Besetzungsgebieten. Er starb 1942 in einem Flugunfall.